Vor Somalia
Hoffnung für Frachter „Hansa Stavanger“

Seit vier Monaten ist die Besatzung des deutschen Frachters "Hansa Stavanger" in der Hand somalischer Piraten. Jetzt haben die Seeräuber angekündigt, den Frachter und damit auch die Seeleute bald freizugeben.

HB MOGADISCHU. Sie hätten dafür 2,7 Mio. Dollar Lösegeld erhalten, sagte einer der Piraten telefonisch aus Haradhere, einer Hochburg der somalischen Seeräuber. Das Geld werde momentan aufgeteilt. Sie würden das Schiff dann bald verlassen. Die 20 000 Tonnen große "Hansa Stavanger" war am 4. April 400 Seemeilen von Somalia entfernt gekapert worden. An Bord sind fünf Deutsche, drei Russen, zwei Ukrainer und 14 Philippiner. Medienberichten zufolge ist die Lage der Geiseln schwierig. Es soll ihnen an Trinkwasser, Nahrung und Medikamenten fehlen.

"Wir hoffen, das Schiff wird in Kürze frei sein", sagte Andrew Mwangura, der Chef der in Kenia ansässigen ostafrikanischen Seefahrer-Mission am Montag der dpa.

Demnach werde für das Schiff ein Lösegeld von knapp unter drei Millionen Dollar (2,1 Millionen Euro) gezahlt. "Letzte Woche waren sie bei 2,7 Millionen, gestern wurde eine Einigung erzielt. Wir glauben, sie liegt knapp unter drei Millionen", sagte Mwangura. Das Containerschiff der Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg war am 4. April zwischen Kenia und den Seychellen entführt worden.

Am Wochenende hatte sich der Reeder Frank Leonhardt erstmals über die Zustände an Bord seines Schiffes geäußert. "Alle Besatzungsmitglieder an Bord sind in physisch guter Verfassung", sagte Leonhardt der "Bild am Sonntag". Er räumte allerdings ein, dass es in psychischer Hinsicht anders sei. "Selbstverständlich ist die seelische Belastung für die Seeleute wie auch für ihre Angehörigen erheblich."

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