Vor Somalia
USA verstärken Kampf gegen Piraten

Nach der spektakulären Befreiung von US-Kapitän Richard Phillips im Indischen Ozean erwägen amerikanische Militärs nun Angriffe auf Piraten-Nester in Somalia. Ferner werde für US-Präsident Barack Obama ein Plan ausgearbeitet, der die somalische Regierung bei der Ausbildung von Sicherheitskräften sowie bei der Aufstellung einer Küstenwache unterstützt.

DUBAI. Auch an die Lieferung von Lebensmitteln sei gedacht. Jedwede diplomatische und militärische Maßnahme erfordere allerdings den Rückhalt der somalischen Bevölkerung, betonten die US-Militärs. Interventionen auf somalischem Gebiet könnten vom Afrika-Kommando der Amerikaner "Africom" angeführt werden. Die Amerikaner haben wie die Franzosen einen permanenten Stützpunkt in dem ostafrikanischen Zwerg-Staat Djibouti.

Experten befürchten nach der Kommando-Aktion weitere Attacken der Piraten. "Dadurch könnte die Gewalt in diesem Teil der Welt sprunghaft zunehmen, da besteht kein Zweifel", erklärte der amerikanische Vize-Admiral William Gortney, Kommandeur der Fünften US-Flotte sowie der multinationalen Streitkräfte zur Bekämpfung von Terror und Piraterie. Beide Einheiten sind in der Hauptstadt des Golf-Staats Bahrain, Manama, stationiert.

Unter dem Dach der multinationalen Einheiten hat die Einsatzgruppe 151 den Auftrag, Piraten vor der somalischen Küste zu bekämpfen. US-Elite-Soldaten hatten den Kapitän des von Piraten gekaperten Container-Frachters "Maersk Alabama" am Sonntag in einer dramatischen Aktion befreit. Marine-Scharfschützen erschossen drei der vier Piraten, die Richard Phillips seit Mittwoch in einem Rettungsboot in ihrer Gewalt hielten.

Amerikanische Militär-Experten begrüßten den Vorstoß für Militär-Aktionen in Somalia. "Es gibt nur einen Königsweg: Man muss die Nachschub-Basis der Piraten ausschalten", meinte James Carafano von der Heritage Foundation, einer konservativen Denkfabrik in Washington.

Im Mittleren Osten stoßen derlei Denkspiele auf Skepsis. "Militär-Aktionen lösen das Problem der Piraterie nicht", sagte Nicole Stracke vom Gulf Research Center, einer Denkfabrik in Dubai. "Man kann zwar kurzfristig durch den Einsatz von bewaffneten Sicherheitskräften auf Handelsschiffen das Risiko von Überfällen reduzieren - aber auf lange Sicht muss Somalia politisch stabilisiert werden."

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