Vor Somalias Küste
Erneut zwei Frachter von Piraten gekapert

Die Piraten vor Somalias Küste zeigen sich vom westlichen Flottenaufmarsch im Golf von Aden offenbar unbeeindruckt: Innerhalb von 24 Stunden haben sie wieder zwei Schiffe gekapert.

HB DUBAI. Am Mittwoch sei ein unter der Flagge Panamas fahrender griechisches Tanker überfallen worden, teilte das zuständige Seesicherheitszentrum der Europäischen Union (EU) mit. An Bord des Schiffes mit dem Namen "Nipayia" seien 19 Mann Besatzung. Am Donnerstag wurde den Angaben zufolge ein norwegisches Schiff gekapert. An Bord des auf den Bahamas registrierten Tankers seien 23 Mann Besatzung. Nach Angaben der US-Marine handelt es sich um die "Bow Asir".

"Das sind die größten Überfälle in diesem Jahr", sagte Andrew Mwangura von der Organisation East African Seafarers Assistance Programme. "Die Piraten zeigen, dass sie sehr lebendig sind." In Militärkreisen war kürzlich das Vorgehen mancher Kapitäne gerügt worden. Die meisten der jüngst gekaperten Schiffe hätten sich weder auf der Internetseite des "Maritime Security Centre Horn of Africa" registriert noch hätten sie sich Konvois angeschlossen, hieß es. Kriegsschiffe der Europäischen Union (EU), darunter auch die deutsche Fregatte "Rheinland-Pfalz", überwachen die wichtigste Handelsroute zwischen Europa, Arabien und Asien.

Die Piraten haben allerdings auch aufgerüstet: Mit ihren Millionen-Einnahmen aus dem Lösegeld besorgten sie sich nach Mwanguras Worten moderne Boote und Radartechnik, um Schiffe aufzuspüren, zu verfolgen und zu kapern. "Sie halten sich von der Sicherheitszone im Golf von Aden fern, und sie versuchen, das von den ausländischen Marine-Einheiten aufgebaute Sicherheitssystem zu destabilisieren." Im vergangenen Jahr eroberten die Piraten 42 Schiffe mit insgesamt 815 Besatzungsmitgliedern.

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