Vorläufige Entwarnung
Betroffener Franzose nicht an Vogelgrippe erkrankt

Der Verdacht auf Vogelgrippe bei einem Mann auf der französischen Insel La Reunion hat sich nicht bestätigt. Behörden zufolge ist er nicht mit dem gefährlichen H5N1-Virus infiziert. Die Untersuchungsergebnisse zwei weiterer Betroffener stehen noch aus.

HB PARIS. Es seien Proben für weitere Tests nach Paris geschickt worden, sagte Frankreichs Gesundheitsminister Xavier Bertrand am Donnerstag. Derzeit weise allerdings nichts auf eine Vogelgrippe-Erkrankung bei dem Patienten hin. Die Ergebnisse der Untersuchungen von zwei weiteren Betroffenen würden für Freitag erwartet, fügte er hinzu.

Die drei Patienten hatten kürzlich einen Vogelpark in Thailand besucht und nach ihrer Rückkehr Grippe-Symptome gezeigt. Die Behörden wollten daraufhin nicht ausschließen, dass sich die Betroffenen mit dem seit einiger Zeit in Asien grassierenden Vogelgrippe-Virus infiziert haben könnten. Bisher sind daran in Asien mehr als 60 Menschen gestorben. Noch kann der H5N1-Erreger nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Experten warnen jedoch, dass das Virus mutieren und dann eine weltweite Pandemie mit Millionen von Todesopfern auslösen könnte.

Im Fall des toten Mädchens aus China berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf Behördenangaben, das zwölfjährige Kind sei an Lungenentzündung mit akuten Atemproblemen gestorben. Die Bluttests hätten keinen Hinweis auf das Vogelgrippe- Virus ergeben. Ihr Vater hatte der Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ vom Verzehr eines verendeten Huhnes berichtet. Danach sei das Mädchen mit Grippesymptomen in einem Krankenhaus in der Provinzhauptstadt Changsha nach Aussagen der Ärzte seinem Fieber erlegen. In Wangtan, dem Heimatdorf des Mädchens, war der dritte Ausbruch der Vogelgrippe in China in einer Woche gemeldet worden. 545 Tiere verendeten, 2500 Tiere wurden notgeschlachtet.

Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO/Rom) kritisierte erste generelle Einfuhrstopps für Geflügel. „Importverbote für Geflügel, die nicht zwischen betroffenen und nicht betroffenen Ländern unterscheiden, entsprechen weder dem Geist der Welthandelsorganisation (WTO) noch den Standards der Weltorganisation für Tiergesundheit oder den Empfehlungen der FAO“, hieß es in einer Mitteilung. In einigen Fällen hätten Länder vorsorglich Geflügelimporte aus allen Ländern untersagt - auch aus solchen Staaten, in denen das Virus H5N1 noch nie aufgetreten ist.

Auf einer Fachtagung in Hannover forderten rund 150 Experten bessere Aufklärung und weniger „Panikmache“ beim Thema Vogelgrippe. „So dramatisch dieses Virus für die Wirtschaft auch ist: Es handelt sich um eine Tierseuche, die nur in ganz seltenen Fällen auf Menschen übergeht“, sagte der Leiter des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, Adolf Windorfer.

Der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) lehnt ein Ausweitung der Verbote auf die Jagd für Wildvögel ab. Die Präventivmaßnahmen, die das Bundesverbraucherschutzministerium durch die Eilverordnung bisher vorgeschrieben habe, seien zum jetzigen Zeitpunkt völlig ausreichend, erklärte der DJV in Bonn. Mecklenburg-Vorpommern sei mit seinem Jagdverbot (vom 5. November bis 15. Dezember 2005) zwar weit über die Maßnahmen der EU und der Bundesregierung hinausgegangen, allerdings habe dieses Land mit seiner langen Ostseeküste und den zahlreichen Binnengewässern auch die höchste Konzentration an rastenden Enten und Gänsen.

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