Vorwurf der fahrlässigen Tötung
Acht Jahre nach Condorde-Absturz Anklage erhoben

Fast acht Jahre nach der Concorde-Katastrophe hat die französische Staatsanwaltschaft Anklage gegen Continental Airlines und vier mutmaßliche Mitverantwortliche erhoben.

HB PARIS. Fast acht Jahre nach der Concorde-Katastrophe hat die französische Staatsanwaltschaft Anklage gegen Continental Airlines und vier mutmaßliche Mitverantwortliche erhoben. In dem am Mittwoch bekannt gewordenen Antrag wird ihnen fahrlässige Tötung vorgeworfen und ein Prozess gefordert. Ob es zu dem Verfahren kommt, muss nun der zuständige Ermittlungsrichter entscheiden. Bei dem Absturz des Überschall-Jets nördlich von Paris waren am 25. Juli 2000 insgesamt 113 Menschen ums Leben gekommen, darunter 97 Deutsche.

Der Unfallhergang der Katastrophe war schnell bekannt: Ein Flugzeug der Continental Airlines hatte auf der Startbahn des Pariser Flughafens Charles-de-Gaulle eine Titanlamelle verloren. Die eine Minuten später startende Concorde fuhr über die Lamelle, ein Reifen platzte, Gummiteile durchschlugen einen Tank, ausströmendes Kerosin entzündete sich. Der Air-France-Jet stürzte brennend auf ein Hotel in Genosse.

Die Staatsanwaltschaft in Pontoise fordert nun nach Abschluss der Ermittlungen einen Prozess gegen den Continental-Wartungstechniker, der die Titanlamelle montierte, sowie dessen Vorgesetzten. Die Airline wurde als juristische Person angeklagt.

Zudem sollen sich der damalige Leiter des Concorde-Programms bei Aerospatiale (heute EADS) sowie der für die technische Kontrolle zuständige Direktor der zivilen Flugaufsichtsbehörde DGAC vor Gericht verantworten. In einem Expertenbericht von 2004 heißt es, die Anfälligkeit der Concorde-Tanks sei dem Flugzeugbauer und der DGAC bekannt gewesen.

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