Vorwurf der Vergewaltigung
Neue Ermittlungen gegen Weinstein

Schauspielerin de la Huerta berichtet von zwei Vergewaltigungen durch Weinstein vor sieben Jahren. Das veranlasst die Polizei in New York zu konkreten Ermittlungen. Der Aufenthaltsort des Produzenten ist unbekannt.
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New YorkDie New Yorker Polizei ermittelt in konkreten Vergewaltigungsvorwürfen gegen den Filmmogul Harvey Weinstein, die sie als glaubwürdig einstuft. Sie sammle derzeit Beweise, um dann einen Haftbefehl zu erwirken, sagte der Chef der Kriminalpolizei, Robert Boyce, am Freitag. Anlass ist die öffentliche Anschuldigung von Schauspielerin Paz de la Huerta, der Filmproduzent habe sie vor sieben Jahren zwei Mal in ihrer Wohnung vergewaltigt.

Um Weinstein wird ein Sex-Skandal immer größer, nachdem vor vier Wochen mehrere Frauen erklärt hatten, er habe sie sexuell belästigt. Manche Vorwürfe sind 30, 40 Jahre alt, andere stammen aus der jüngeren Vergangenheit. Die Zahl der mutmaßlich betroffenen Frauen ist seither gestiegen, in einigen Fällen wird ihm Vergewaltigung vorgeworfen.

Nach Polizeiangaben sind die Aussagen de la Huertas in Teilen bereits bestätigt. Sie seien deshalb so glaubwürdig, weil de la Huerta jede Minute der Vorfälle habe schildern können – wo sie war, wo sie sich trafen, und was er tat. Auf einer Pressekonferenz erklärte Boyce weiter, wenn Weinstein derzeit in New York wäre und die Vergewaltigungsvorwürfe aus jüngster Zeit stammen würden, „würden wir direkt hin und ihn verhaften. Kein Zweifel.“

Die „Boardwalk Empire“-Schauspielerin hatte CBS News gesagt, die erste Vergewaltigung sei im Oktober 2010 geschehen, als Weinstein sie nach einer Party nach Hause gefahren habe. Er habe darauf bestanden, für ein Getränk mit in ihre Wohnung zu kommen und sie dann zum Sex gezwungen. Vor der zweiten Vergewaltigung zwei Monate später sei Weinstein erneut zu ihrer Wohnung gekommen. Sie sei betrunken gewesen und daher nicht in der Lage gewesen, ihr Einverständnis zum Sex zu geben. Weinstein hat bisher alle Vorwürfe zurückgewiesen, die sexuellen Kontakte seien nicht einvernehmlich gewesen.

Der Polizei zufolge traute sich die Schauspielerin nicht früher zu ihrer Aussage – aus Angst ihrer Karriere zu schaden. Zudem sei sie nicht sicher gewesen, ob ihr jemand bei der Aussage gegen einen so mächtigen Mann Hollywoods glaube.

Boyce sagte, Weinstein wisse, dass die Polizei mit ihm sprechen wolle. Er hat eine Wohnung und ein Büro seiner Produktionsfirma in New York. Am Freitag war der Aufenthaltsort des Produzenten aber unbekannt. Die Nachrichtenwebseite TMZ meldete, Weinstein sei mit Perücke und Kappe verkleidet in einem Restaurant in Phoenix gesichtet worden.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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