Vulkan Merapi
Keine Entwarnung bei brodelndem Berg

Der indonesische Vulkan Merapi hat sich einen Tag nach seiner dramatisch verstärkten Aktivität zunächst wieder etwas beruhigt. Dennoch ist die Gefahr durch den brodelnden Berg nach Ansicht von Experten noch nicht gebannt.

HB JAKARTA. Trotz einer zeitweisen Entspannung der Lage am indonesischen Vulkan Merapi ist die Gefahr durch den brodelnden Berg nach Ansicht von Experten noch nicht gebannt. Einen Tag nach seiner dramatisch verstärkten Aktivität quollen am Dienstag noch immer heiße Gase aus dem rund 3000 Meter hohen Krater. Gestein und Vulkanasche wälzte sich die Hänge hinunter. Der Umfang sei aber insgesamt geringer als am Montag, hieß es von Beobachtungsstationen. „Den heißen Gaswolken, die derzeit klein sind, können größere folgen“, warnte der regionale Chef-Vulkanologe Ratdomopurbo. Der Vulkan sei am Beginn seiner „finalen Eruptionsphase“, hieß es.

Die Bewohner rund um den Merapi auf der Insel Java sollten nach wie vor in höchster Alarmbereitschaft sein. Der Strom rot glühender Lava habe inzwischen eine Länge von rund zwei Kilometern erreicht. Auch der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono rief bei einem Besuch der Notquartiere, in die sich die Menschen geflüchtet hatten, zu größter Vorsicht auf. Sie sollten in ihre Häuser an den Hängen des Berges erst zurückkehren, wenn die Situation wirklich wieder sicher sei. Die Polizei wies der Staatschef zum Einschreiten an, falls sich Dorfbewohner trotz unmittelbarer Gefahr weigern, ihre Häuser zu verlassen. Nach Angaben der örtlichen Behörden hatten sich bis zum Dienstag rund 22 000 der etwa 30 000 Bewohner der Gefahrenzone in Dutzenden von Notquartieren in Sicherheit gebracht.

Experten befürchten vor allem einen möglichen Kollaps des gewaltigen Lavadoms im Innern des Kraters. Dabei könnten bis zu 1000 Grad heiße Gase freigesetzt werden, die mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 Stundenkilometern die Abhänge des Berges hinunterrasen und alles versengen, was ihnen im Weg ist. Daneben seien Wolken aus einem Gemisch von Asche, Gas und Gesteinsschutt die größte Gefahr für die Menschen am Berg. Am Montag hatte der seit Wochen brodelnde Vulkan eine gigantische Rauchwolke ausgespuckt, Gestein und Ascheregen gingen bis in vier Kilometern Entfernung nieder.

Beim vorangegangenen Ausbruch des Merapi 1994 starben 66 Menschen durch heiße Gaswolken. Die verheerendste Eruption ereignete sich 1930, als fast 1400 Menschen getötet wurden. Der Vulkan ist einer von 65 in Indonesien, die als gefährlich gelten. In dem Inselreich, das im seismisch sehr aktiven so genannten Ring aus Feuer rund um den Pazifik liegt, gibt es rund 500 Vulkane. Rund 130 sind aktiv.

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