Vulkaninsel
Olivenbaum bringt antike Zeitrechnung durcheinander

Forscher der Universitäten Heidelberg und Hohenheim haben nahe der antiken Siedlung Akrotiri einen Ölbaumast gefunden, der aus der Zeit von 1627 bis 1600 vor Christus stammen soll. Diese Entdeckung bringt die antike Zeitrechnung durcheinander.

HB STUTTGART/HEIDELBERG. Archäologen und Historiker müssen einige Daten höchstwahrscheinlich um 100 Jahre korrigieren, wie die Universitäten Heidelberg und Hohenheim bei Stuttgart berichteten. Denn Untersuchungen des etwa 3500 Jahre alten Astes ermöglichen es, einen Vulkanausbruchs in der Ägäis in der Bronzezeit wesentlich genauer zu datieren als bisher.

Forscher der Universitäten haben das Alter des Ölbaumastes auf den Zeitraum 1627 bis 1600 vor Christus bestimmt. Damit wäre der Vulkan auf der heutigen Insel Santorin etwa 100 Jahre früher ausgebrochen als in der archäologischen Zeitrechnung angenommen. Die Forschungsergebnisse werden in der an diesem Freitag erscheinenden US-Zeitschrift „Science“ (Bd. 312, S. 565) veröffentlicht.

Als der Ast gefunden wurde, war er vollständig in vulkanische Asche eingeschlossen und wies insgesamt 72 Jahresringe auf. Sie wurden von den Wissenschaftlern mit Hilfe eines Computer-Tomographen – einer Technik, die sonst in der Medizin eingesetzt wird – sichtbar gemacht. In Verbindung mit der so genannten Radiokarbon-Methode war dann eine sehr genaue Datierung möglich. Dabei wird der Gehalt an C14, einer natürlichen Variante des Kohlenstoffs, gemessen. Das leicht radioaktive C14 zerfällt nach etwa 5730 Jahren zur Hälfte und hilft deshalb bei Altersbestimmungen.

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