Wabag-Affäre - Beihilfe zum Betrug
Max Strauß zu 300 000 Euro Strafe verurteilt

Im zweiten Strafprozess gegen den bayerischen Politikersohn Max Strauß hat sich der Angeklagte zum Prozessauftakt der Beihilfe zum Betrug schuldig bekannt. Als Anwalt der Anlageberatungsfirma Wabag ist er an der Schädigung von Anlegern in zweistelliger Millionenhöhe beteiligt gewesen sein.

HB MÜNCHEN. Daraufhin ist er zu einer Geldstrafe von 300 000 € verurteilt worden. Der 44-Jährige gestand alle Vorwürfe der Anklage im Zusammenhang mit der Pleite der Anlagefirma Wabag, die Anleger um rund 125 Mill. € geprellt hat.

Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe träfen zu, hieß es in einer von Strauß' Anwalt Wolfgang Dingfelder am Freitag vor dem Landgericht München I verlesenen Erklärung. „Den Eintritt der in der Anklageschrift geschilderten Schäden, die ich nicht beabsichtigt, aber für möglich gehalten habe, bedauere ich sehr.“

Gericht, Verteidigung und Staatsanwalt hatten sich bereits zuvor darauf geeinigt, im Falle eines Geständnisses auf die mögliche Haft- oder Bewährungsstrafe zu verzichten. Ebenfalls strafmindernd wertete der Vorsitzende Richter Wolf-Stefan Wiegand den Umstand, dass Strauß in dem Betrugsfall keine führende Rolle hatte: „Sie waren keinesfalls Miterfinder dieser Taten.“

Strauß gestand, als Justiziar der Wabag ab Mitte der 90er-Jahre von deren illegalen Vorgängen gewusst zu haben. Die Anlagefirma hatte Tausende von Investoren unter Vorspiegelung falscher Renditeaussichten um ihre Anlagegelder betrogen. Die Mittel waren entweder gar nicht oder nur in weitaus geringerem Umfang in aussichtslose Projekte investiert worden, während der Großteil leitenden Managern zufloss. Führende Wabag-Manager waren in den vergangenen Jahren bereits zu bis zu acht Jahren Hafts verurteilt worden.

Strauß, der zu Prozessbeginn ohne größere emotionale Regungen und mit gesenktem Blick ein minutenlanges Blitzlichtgewitter über sich ergehen ließ, wird weiterhin wegen Depressionen psychiatrisch behandelt. Ein zweiter Strafprozess vor dem Landgericht Augsburg, in dem ihm vorgeworfen wird, Provisionen für Airbus-Geschäfte in Höhe von mehr als zwei Mill. € nicht versteuert zu haben, dauert an. Sein Anwalt Dingfelder ließ offen, was das Urteil für den Augsburger Prozess bedeutet.

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