Waffen-Debatte
Erneut Tote bei Schießereien in den USA

Die Erinnerung an die Amok-Tragödie in Newtown sind noch frisch, doch die Berichte von Schießereien wollen nicht aufhören. Die Ereignisse geben der Debatte über Waffenbesitz in den USA neuen Auftrieb.
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Washington/AtlantaAbermals ist eine US-Schule zum Schauplatz einer Schießerei geworden. Ein Bewaffneter habe am Donnerstag vor einer Mittelschule in Atlanta das Feuer auf einen 14-jährigen Schüler eröffnet und ihn dabei am Kopf verletzt, teilte die Polizei mit.

Der angeschossene Junge wurde in eine nahegelegene Klinik gebracht, befindet sich den Angaben zufolge aber in stabilem Zustand. Zudem sei ein Lehrer vor Ort wegen leichter Schnittverletzungen behandelt worden, hieß es weiter. Der Tatverdächtige, bei dem es sich um einen ehemaligen Schüler handelt, wurde festgenommen.

Auf TV-Bildern war zu sehen, wie unmittelbar nach den Schüssen ein Schwarm von Polizisten das Schulgebäude im Zentrum von Atlanta umstellte. Derweil wartete eine Gruppe verängstigter Eltern in Sorge um ihre Kinder auf der Straße. Den Polizeiangaben zufolge kam kein weiterer Schüler zu Schaden.

Tödlich ging eine Schießerei vor einem Gericht in Texas aus. Der stellvertretende Bezirksstaatsanwalt eines Countys in Dallas wurde laut Lokalsender WFAA TV vor dem Gerichtsgebäude erschossen. Die Ermittler verfolgten zwei Verdächtige.

Gestern eskalierte ein Schlichtungstermin in Phoenix. Ein 70-jähriger Mann hatte sich im Streit über ausstehende Zahlungen für seine Renovationsarbeiten seinen ehemaligen Auftraggeber erschossen und einen Anwalt verletzt. Heute hat sich der Schütze offenbar selbst gerichtet.

Jeden Monat sterben rund 900 Menschen in den USA bei Schießereien, etwa 11 000 pro Jahr. Bei einem Amoklauf in einer Grundschule in Newtown hatte ein junger Mann Mitte Dezember 20 Kinder und sechs Erwachsene erschossen, bevor er sich selbst tötete. US-Präsident Barack Obama forderte den Kongress daraufhin auf, schärfere Waffengesetze zu verabschieden.

Der Senat begann am Mittwoch mit den Beratungen über eine Gesetzesinitiative der Demokraten. Dem Entwurf zufolge würde die Herstellung, die Einfuhr und den Verkauf von mehr als 150 verschiedenen meist halbautomatischen Waffen untersagt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Waffen-Debatte: Erneut Tote bei Schießereien in den USA"

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  • Diese Seite sammelt die Todesopfer durch Schusswaffen seit Newtown:
    http://www.slate.com/articles/news_and_politics/crime/2012/12/gun_death_tally_every_american_gun_death_since_newtown_sandy_hook_shooting.html

    Da kann mann nur noch *kopfschüttel*

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