Wahrscheinlich entführt
Europäische Touristen in Äthiopien vermisst

Mehrere Ausländer sind am Freitag in einer abgelegenen Region im Norden Äthiopiens möglicherweise entführt worden. Die zwölf Reisenden wollten Salzminen im Norden des Landes besuchen.

HB ADDIS ABEBA/PARIS. Die Urlauber - zwischen sieben und zehn Franzosen in einer Gruppe und fünf Briten in einer weiteren - wurden nach Angaben eines Reiseveranstalters und eines Geschäftsmann, die in der Region arbeiten, am Donnerstag in Dalol entführt. Von dort aus wollten sie Salzminen in der Region Afar besuchen. Sie befanden sich den Vorschriften entsprechend in Begleitung bewaffneter Sicherheitskräfte.

Das französische Außenministerium bestätigte am Freitag die Entführung, äußerte sich aber nicht zur Nationalität der betroffenen Urlauber. Ein Sprecher der französischen Botschaft in Addis Abeba traf am Freitag in Mekele ein, der Hauptstadt der Region Afar. Die britische Außenministerin Margaret Beckett bestätigte, dass unter den Entführten fünf Mitglieder der britischen Botschaft in Addis Abeba beziehungsweise deren Angehörige seien. Ein zehnköpfiges Krisenteam werde nach Äthiopien entsandt, erklärte das Büro von Premierminister Tony Blair. Es scheine, dass Franzosen und Briten getrennt von einander festgehalten würden.

Ein äthiopischer Regierungssprecher sagte, die Behörden hätten große Schwierigkeiten, Informationen aus der entlegenen Region zu erhalten. Bei einer der Entführten soll es sich um die in Italien geborene Rossanna Moore handeln, wie aus Diplomatenkreisen verlautete. Sie ist die Ehefrau des Direktors des Britischen Rats in Äthiopien, Michael Moore. Er wollte sich nicht zu der Entführung äußern.

Die Touristen brachen am Sonntag von Mekele aus zu einer zweitägigen Fahrt nach Hamedali auf. Von dort fuhren sie nach Dalol, um die Salzminen zu besuchen. Das Gebiet gilt als gefährlich, da dort mehrere Verbrecherbanden sowie eine Rebellengruppe aktiv sind. Die Rebellen der Revolutionären Demokratischen Einheitsfront Afar (ARDUF) hatten 1995 italienische Touristen in der Region entführt und mehrere Wochen später wieder freigelassen. Sie kämpfen für die Rechte der ethnischen Minderheit der Afar, die in dem Gebiet lebt.

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