Waldbrände
Deutsche Hilfe für Griechenland

Am Samstag rief der griechische Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis den landesweiten Notstand aus. In mehr als 170 Brandherden, die sich hauptsächlich im Süden des Landes befinden, sind bereits mehr als 40 Menschen umgekommen. Neben vielen anderen Ländern hilft auch Deutschland bei den Löscharbeiten.

HB ATHEN. Angesichts der unkontrolliert wütenden Feuerstürme hat der griechische Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis den landesweiten Notstand ausgerufen. Der Notstand gelte in allen Regionen, um „dieses Böse zu stoppen und sobald wie möglich mit der Reparatur der Schäden beginnen zu können“, sagte der Regierungschef am Samstag in einer Fernsehansprache. Seit Freitagmorgen wüten mehr als 170 Brände zumeist im Süden des Landes. Bisher wurden mindestens 44 Menschen getötet.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat Griechenland deutsche Hilfe und Unterstützung zugesagt. Steinmeier telefonierte am Samstagnachmittag mit seiner griechischen Amtskollegin Dora Bakoyannis und verlieh seiner Bestürzung über die Opfer der verheerenden Waldbrände auf dem Peloponnes Ausdruck, wie das Auswärtige Amt mitteilte. „Deutschland steht in diesen schwierigen Stunden an der Seite Griechenlands“, sagte der Minister. Deutschland bot Griechenland drei Hubschrauber zur Unterstützung bei der Brandbekämpfung an, wie es in der Mitteilung weiter hieß. Die griechische Außenministerin habe dieses Angebot in dem Telefonat angenommen. Das Auswärtige Amt ist über die Botschaft in Athen in Kontakt mit den griechischen Behörden. Es gebe bislang keine Hinweise auf deutsche Opfer.

Die meisten Opfer - mindestens 30 - waren auf dem westlichen Peloponnes bei der Ortschaft Zacharo zu beklagen, wie die Feuerwehr mitteilte. Bei brütender Hitze wüteten die Feuer den zweiten Tag in Folge unkontrolliert weiter. Windböen fachten die Flammen immer wieder an. Die Polizei vermutete in einigen Fällen Brandstiftung.

Feuerwehrtrupps durchsuchten am Morgen ausgebrannte Häuser in den Dörfern um Zacharo. In dem Dorf Makistos wurden zehn Leichen gefunden, darunter vermutlich eine Mutter mit ihren vier Kindern. Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Toten noch weiter steigt, wenn die Feuerwehrtrupps in der Nacht von den Flammen eingeschlossene Dörfer erreichen.

Über dem Parlament und anderen Regierungsgebäuden in Athen wehten die Flammen auf Halbmast. Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis rief einen Tag der nationalen Trauer aus. „Ich möchte meine tiefe Trauer über die verlorenen Leben ausdrücken“, sagte der Regierungschef. „Wir kämpfen an vielen Fronten und unter besonders harten Bedingungen.“ Der Vorsitzende der oppositionellen Sozialisten, Georgios Papandreou, beschrieb „Szenen biblischer Zerstörung“. Die Regierung ersuchte die EU um jede erdenkliche Hilfe. Die Zeitung „Ta Nea“ erschien mit der Schlagzeile: „Feuer-Albtraum ohne Ende.“

Nach Einbruch der Dunkelheit brachen mindestens 25 neue Feuer aus, die Zahl der Brände stieg damit nach Angaben eines Feuerwehrsprechers landesweit auf 170. Die Behörden prüften, ob in einigen Fällen Brandstiftung vorlag. Heißer Wind mit Sturmböen verhinderte zeitweilig den Einsatz von Löschflugzeugen. Der starke Wind sollte nach Vorhersagen von Meteorologen bis zum Samstagabend anhalten.

Auch in einem Park in der Hauptstadt Athen brach in der Nacht ein großes Feuer aus. Betroffen war das wohlhabende Viertel Filothei, einige Kilometer nördlich der Innenstadt. Zehn bis zwölf Löschzüge brachten die Flammen innerhalb von zwei Stunden unter Kontrolle. Auch dort vermutete die Polizei Brandstiftung. Die Flammen näherten sich der Hauptstadt auch von Osten her. Die Behörden schlossen vorsorglich eine Schnellstraße auf den Berg Ymittos und setzten vier Löschflugzeuge ein. Über der Stadt stieg dichter Rauch auf.

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