Waldbrände
„Ganz Portugal steht in Flammen“

In Portugal geraten immer mehr Waldbrände außer Kontrolle. Wieder steigende Temperaturen und zunehmende Winde entfachten nahe der historischen Universitätsstadt Coimbra auf einer Strecke von 20 Kilometer mindestens drei Brände neu.

HB MIRANDA DO CORVO. Lösch-Hubschrauber aus Deutschland und anderen Ländern unterstützten die mindestens 2300 Feuerwehrleute in ihrem Kampf gegen die seit Monaten wütenden Flammen. Dichter Nebel behinderte die Arbeiten jedoch.

Ein portugiesisches Löschflugzeug stürzte 60 Kilometer nordöstlich von Coimbra aus noch ungeklärter Ursache ab. Der Pilot, ein 27-jähriger Spanier, erlitt aber nur leichte Verletzungen.

Portugal leidet unter der schlimmsten Dürre seiner Geschichte. Nach Feuerwehr-Angaben sind mittlerweile sieben Brände im Norden und Zentrum des Landes außer Kontrolle geraten. Mehr als 180.000 Hektar Waldfläche sind den Behörden zufolge in diesem Jahr bereits verbrannt. Damit gehören die Brände zu den schwersten in Portugal seit Jahrzehnten.

Am Morgen war die Feuerwehr noch optimistischer, da die Temperaturen etwas gesunken waren und die Winde nachgelassen hatten. „Jetzt sieht es aber wieder schrecklich aus“, sagte eine Bewohnerin in der Bergstadt Miranda do Corvo. „Ganz Portugal steht in Flammen.“ In einigen Gemeinden wurden Menschen vor der Feuerfront aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht.

Die Brandschäden in den Dörfern sind bislang jedoch eher gering. Die Feuerwehr hat mit Erfolg bedrohte Weiler vor den Bränden schützen können. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums sind die Schäden noch zu gering, um Anspruch auf EU-Hilfsgelder bei Naturkatastrophen zu haben. Die Schwelle liegt hier bei drei Milliarden Euro oder 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, was bei Portugal rund 800 Millionen Euro entspricht. Das südeuropäische Land gehört zu den ärmsten Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU).

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