Wall Street
Börse bringt Mitarbeiter in Hotels unter

Die Weltleitbörse an der Wall Street bereitet sich mit ungewöhnlichen Maßnahmen auf den herannahenden Hurrikan Irene vor. Der Handelsstart am Montag soll unter keinen Umständen ausfallen.
  • 1

New YorkDie Wall Street macht sich wetterfest. „Wir treffen alle nötigen Maßnahmen, damit wir auch nach dem Hurrikan am Montag den Handel pünktlich starten können“, sagte ein Sprecher New York Stock Exchange (Nyse). Der harte Kern der Mitarbeiterschaft, vor allem IT-Fachleute und Experten für die Abwicklung der Börsengeschäfte werden über das Wochenende bestenfalls nur kurz nach Hause fahren dürfen. „Wir haben Hotelzimmer gebucht und bringen sie dort unter“, sagte der Sprecher. So soll sichergestellt werden, dass die nötige Mannschaft beisammen ist und wichtige Leute nicht fehlen, weil sie am Montagmorgen nicht nach Manhattan hineinpendeln können. Auch die Nasdaq will am Montag auf jeden Fall den Handel regulär starten.

Der Hurrikan Irene gilt als die größte derartige Bedrohung für die Weltfinanzhauptstadt seit Ende der 1930er Jahre. Erwartet wird, dass der von Süden heraufziehende Sturm im Laufe des späten Sonntagnachmittag New York erreichen wird. Meteorologen sagen voraus, dass bereits vorher heftige Regenfälle einsetzen werden, die bis zu 21 Stunden anhalten dürften. 

Einige Händler verließen die Börse am Freitag früher als üblich, um ihre Häuser und Wohnungen zu sichern. Gleichzeitig begannen Feuerwehrleute damit, Sandsäcke vor Türen und Kellerfenstern der Börse aufzuschichten, um das Eindringen von Wasser zu verhindern. Insgesamt hat die Nyse in ihrer jüngeren Geschichte 25 Mal wegen schlechten Wetters den Handel einstellen müssen. Das letzte Mal passierte dies am Montag, den 8. Januar 1996, als ein Schneesturm New York heimsuchte.

Die Nyse will den Handel am Montag wenn möglich ganz klassisch auch auf dem Parkett des altehrwürdigen Börsensaals mit der traditionellen Glocke eröffnen. „Wenn das nicht geht, werden wir dank des elektronischen Handelssystems Arca zumindest dort normal funktionieren“, sagte der Sprecher. Für Arca gebe es Notfallcomputersysteme im Norden von New Jersey und in Großbritannien, um im Fall der Fälle den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Die traditionell auf den Parketthandel konzentrierte Nyse hatte Arca 2006 zusammen mit dem kleineren Konkurrenten Archipelago erworben. Bis dahin hatte die Nyse einen Ersatzhandelsraum im New Yorker Stadtteil Brooklyn für Notfälle vorgehalten, der nun aber nicht mehr existiert. Die anstehende Fusion mit der Deutschen Börse ist noch nicht vollständig abgeschlossen, so dass ein Ausweichen des Handels etwa auf das Frankfurter Handelssystem Xetra nicht möglich ist.

Die Technologiebörse Nasdaq, die schon immer lediglich elektronisch handeln lässt, sieht sich nach Angaben einer Sprecherin ebenfalls gut gerüstet. Die Rohstoffbörse Nymex in Downtown Manhattan plant nach Angaben eines Sprechers der Muttergesellschaft CME ebenfalls einen regulären Handelsstart am Montag.

Kommentare zu " Wall Street: Börse bringt Mitarbeiter in Hotels unter"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Hernando Cortez riet seinen Leuten, nicht mehr Gold mitzunehmen, als sie problemlos tragen konnten ...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%