War es Brandstiftung?
Londoner Segelschiff-Attraktion „Cutty Sark“ schwer beschädigt

Das einst schnellste Segelschiff der Welt „Cutty Sark“ ist am frühen Montagmorgen bei einem Großbrand schwer beschädigt worden. Doch es war Glück im Unglück: Zu Renovierungszwecken war ein Großteil der wertvollen Schiffsausrüstung ausgelagert. Die Suche nach der Brandursache beginnt.

HB LONDON. Die Ursache des Feuers war zunächst unklar. Die Polizei schloss allerdings eine Brandstiftung auf dem 138 Jahre alten Schiff nicht aus. Sie rief mögliche Zeugen auf, sich zu melden. Das Schiff wurde seit Monaten im Trockendock in Greenwich bei London renoviert. Acht Feuerwehren löschten die Flammen, die am frühen Morgen weithin zu sehen waren.

Der erste Alarm sei um 4.45 Uhr Ortszeit ausgelöst worden, sagte ein Feuerwehrsprecher. „Die Flammen haben ganz erhebliche Schäden angerichtet, aber wir konnten sie bald unter Kontrolle bringen und vollständig löschen.“ Es wurde niemand verletzt. Das Zentrum von Greenwich, das unmittelbar an die Themse grenzt, und Teile der nahe liegenden Königlichen Marine-Akademie waren stundenlang gesperrt.

Das Holzschiff sei glücklicherweise nicht soweit zerstört worden, dass ein Wiederaufbau unmöglich wäre, erklärte Richard Doughty, der Leiter des Treuhandfonds Reportern. „Wir hatten Glück im Unglück, denn 50 Prozent der Schiffsausrüstung war wegen der Restaurationsarbeiten ausgelagert.“ Dazu gehörten auch der berühmte Hauptmast des Seglers und weite Teile der Takelage.

Die „Cutty Sark“, die einst im Handelsverkehr zwischen London und nahezu allen Teilen der Welt segelte, war seit Jahrzehnten eine der beliebtesten Touristen-Attraktionen der Londoner Umgebung. Sie war der einzige noch erhaltene Teeklipper. Millionen Menschen, die den Null-Meridian in Greenwich besuchten, schauten sich auch den Großsegler an.

Die „Cutty Sark“ war am 23. November 1869 in Dumbarton am Clyde bei Glasgow vom Stapel gelaufen und wurde zunächst als Teeklipper sowie später zum Wolltransport eingesetzt. Sie wurde unter Kapitän Richard Woodget 1885 das schnellste Segelschiff ihrer Zeit, als sie ihre Rivalin schlug, die „Thermopylae“.

Für die umfangreiche Restauration der „Cutty Sark“ waren nach neuen Angaben des Treuhandfonds insgesamt rund 25 Millionen Pfund bereit gestellt worden (37,5 Millionen Euro).

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