Wegbereiter der 40-Stunden-Woche
Ex-ÖTV-Chef Kluncker gestorben

Der langjährige Vorsitzende der ehemaligen Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), Heinz Kluncker, ist tot.

HB STUTTGART. Wie die ÖTV-Nachfolgegewerkschaft Verdi am Freitag mitteilte, starb Kluncker nach schwerer Krankheit am Vortag wenige Wochen nach seinem 80. Geburtstag. Der Handwerkersohn aus Wuppertal setzte in seiner Amtszeit als ÖTV-Chef von 1964 bis 1982 in harten Tarifkämpfen wegweisende Abschlüsse durch. Dazu gehört eine Rekord-Lohnsteigerung im Februar 1974: Damals drückte die ÖTV mit einem dreitägigen Streik bei Müllabfuhr und Straßenbahnen elf Prozent Lohn- und Gehaltserhöhung durch. Auch die 40-Stunden-Woche im öffentlichen Dienst und das 13. Monatsgehalt für Staatsdiener gelten als Verdienst Klunckers.

Kluncker arbeitete 30 Jahre hauptamtlich für die ÖTV. Als er 1964 zum Vorsitzenden gewählt wurde, war er mit 39 Jahren der jüngste Chef einer DGB-Gewerkschaft. 18 Jahre später, am 2. Juni 1982, trat er zurück. Die Ärzte hatten dem damals 270 Pfund schweren Kluncker dringend dazu geraten. Kreislaufbeschwerden machten ein Weiterarbeiten unmöglich. Seine Nachfolgerin wurde Monika Wulf- Mathies. Zuletzt lebte Kluncker zurückgezogen in Stuttgart. Er hat sich stets an sein Versprechen gehalten, sich niemals öffentlich zur aktuellen Tarifpolitik im öffentlichen Dienst zu äußern.

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