Wegen der Affäre um den Selbstmord des Waffenexperten David Kelly
BBC untersagt Korrespondeten Kolumnen in Zeitungen

Der britische Rundfunk- und Fernsehsender BBC macht Schluss mit der freien Meinungsäußerung - zumindest dürfen die hoch bezahlten Korrespondenten der BBC ab sofort keine Kolumnen mehr für große Tageszeitungen schreiben.

HB LONDON. Festangestellte und hoch bezahlte Korrespondenten des britischen Rundfunk- und Fernsehsenders BBC dürfen künftig nicht mehr Meinungskolumnen für große Tageszeitungen schreiben. Dies verfügte der BBC-Aufsichtsrat nach einer Mitteilung vom Dienstag. „Die Unparteilichkeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Rufes der BBC und ihres Journalismus“, hieß es in einer Erklärung.

Journalisten, die ihr Haupteinkommen nicht von der BBC beziehen, sind nicht betroffen. Die Maßnahme steht nach Ansicht politischer Beobachter zweifellos in Zusammenhang mit dem Bestreben der BBC, nach den Enthüllungen der Kelly-Affäre „rein und unparteilich“ dazustehen.

In Zusammenhang mit der richterlichen Untersuchung des Selbstmords des britischen Waffenexperten David Kelly im Sommer hatte die BBC „Versäumnisse“ bei der Berichterstattung über die Massenvernichtungswaffen des Irak eingestanden. Betroffen von dem Verbot ist unter anderem der Fernseh-Journalist John Simpson, der in den letzten Jahren aus Afghanistan und Irak berichtet hat. Der politische Korrespondent und frühere Chefredakteur des „Independent“, Andrew Marr, darf auch keine wöchentliche Zeitungsspalte mehr schreiben. Dasselbe gilt für den Moderator des beliebten Morgenmagazins „Today“, John Humphreys.

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