Wegen Sicherheitsbedenken
Elbphilharmonie-Bau steht erneut still

Der umstrittene Bau der Elbphilharmonie sorgt in Hamburg mal wieder für Unmut. Wegen Sicherheitsbedenken hat der Baukonzern Hochtief die Arbeiten auf der Baustelle vorerst eingestellt. Die Stadt hingegen hat Zweifel.
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HamburgGinge es nach dem letzten Vertrag, würden in diesen Tagen die Vorbereitungen für die Eröffnung des Jahrhundertbauwerks in Hamburg beginnen. Doch die Elbphilharmonie in der Hafencity ist nach wie vor eine Baustelle, der Termin für die Fertigstellung längst auf April 2014 verschoben - und er könnte sich erneut verzögern. Denn statt Baufortschritt herrscht in wichtigen Teilen des Konzerthauses Baustopp. Seit einigen Tagen tut sich nun auch an der Decke des Großen Saals nichts mehr.

Hier sorgt die komplizierte Statik der Stahlkonstruktion für Streit. „Wir haben große Sicherheitsbedenken“, sagte der Sprecher des Baukonzerns Hochtief, Bernd Pütter, der dpa. Diese Einschätzung teilt die Stadt nicht, da Prüfstatiker und Bauaufsichtsbehörde die Planungen freigegeben hatten. „Es gibt keinen Grund an der Statik des Daches zu zweifeln“, sagte Kultursenatorin Barbara Kisseler am Freitagabend in Hamburg. Diese Freigabe durch unabhängige Dritte reiche Hochtief nicht, stattdessen gehe es dem Baukonzern darum, den Druck auf die Stadt zu erhöhen und ihr die Schuld für den Verzug zuzuweisen, sagte Kisseler. „Hochtief verfolgt einen monetär ausgerichteten Ansatz.“

Ganz anders sieht es Hochtief. Nach Angaben des Sprechers teilen externe Gutachter die Sorgen des Unternehmens. Im Extremfall könne es später zu Ausfällen kommen, eine Nachrüstung wäre noch teurer. Um die Sicherheitsbedenken auszuräumen, müsse die Stadt die Berechnungen zur Statik vorlegen. Das sei trotz mehrfacher Aufforderung nicht geschehen. „Unsere Mitarbeiter wären persönlich haftbar, wenn bei den Bauarbeiten am Dach oder danach etwas passieren würde“, erklärte Pütter.

Insgesamt wird in vier maßgeblichen Bereichen nicht mehr gearbeitet. Teilweise ruhen die Arbeiten bereits seit längerer Zeit, wie zum Beispiel an der historischen Fassade, die verschmutzt und bei der Reinigung beschädigt worden ist. Auch in der „Tube“, der 80 Meter langen Rolltreppe, herrscht Stillstand. Das Kunstwerk ist mit einem Glaspailletten-Putz versehen worden - doch schon jetzt gibt es darin Hunderte Risse.

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  • ...das kommt noch dazu.
    Vollbesetzt mit abenteuerlichen Zuwegungen, wie das gehen soll, das sollte noch erklärt werden, abgesehen von einem geradewegs abenteuerlichen Thowabohu in Sachen Projektdurchführung.

  • Das beste ist doch, die ganze Steuergeld-Philharmonie-Ruine kracht zusammen, natürlich wenn sie gerade vollbesetzt ist mit Gutdünker-Promies, die einem den ganzen Tag in den in TV, Internet und sonstigen Medien auf den Wecker fallen.
    Schlemmer-Bufett und Fotografen gibts zum Abschied noch mal umsonst.

  • Irgendwann wird Hochtief feststellen, daß zuwenig Licht im Inneren der Elbphilharmonie ist und weitere Bauverzögerungen damit begründen, daß erst Licht in Säcken in das Haus getragen werden muß, damit die Bauarbeiter aus Gründen der Arbeitssicherheit weiterarbeiten können: Eine Posse, die Hochtief da fabriziert.

    Es steht anuzunehmen, daß Hochtief Deutschland auf der ganzen Welt mit diesem "Geschäftsmodell" bereits in der Vergangenheit "gepunktet" hat.

    Mindestens ebenso bemerkenswert: eine Bürgerschaft, die sich samt Honoratioren am Nasenring vor die Musikgeschichte vorführen läßt.

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