Weihnachtsbotschaft
Papst Franziskus rückt Arme in den Mittelpunkt

Prunk liebt er nicht, doch die festliche Zeremonie im geschmückten Petersdom ist unabdingbar: Franziskus feiert erstmals als Papst die Geburt Jesu. Die Welt mit ihrer Finsternis brauche Licht, sagt er.
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RomPapst Franziskus hat am ersten Weihnachtsfeiertag den traditionellen apostolischen Segen „Urbi et Orbi“ - der Stadt und dem Erdkreis - gespendet. Vor Zehntausenden Menschen auf dem Petersplatz in Rom und Millionen Fernsehzuschauern in aller Welt verband er den Segen mit einem Weihnachtsgruß und dem Aufruf nach Frieden für die Welt: „Für die Kinder und die alten Menschen, für die Jugendlichen und die Familien, für die Armen und die an den Rand Gedrängten.“

Eindringlich setzte sich Franziskus in seiner Weihnachtsbotschaft für Dialog und Solidarität weltweit ein. Er verlangte ein Ende der Gewalt in Syrien, der Zentralafrikanischen Republik und im Südsudan. „Zu viele Leben hat in letzter Zeit der Konflikt in Syrien zerschlagen, indem er Hass und Rache schürt“, sagte der Papst in seiner Ansprache. Die Konfliktparteien sollten jede Gewalt beenden und der humanitären Hilfe Zugang gewähren.

Franziskus setzte sich erneut auch für die Flüchtlinge ein. Er prangerte den Menschenhandel und die wahllose Ausbeutung des Planeten aus Gier und Habsucht an.

Der Papst wünschte frohe und gesegnete Weihnachten. Das Oberhaupt der Katholiken sprach von der Mittelloggia des Petersdomes zu der Menge der Gläubigen, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatten.

Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hat in seiner Weihnachtspredigt zum Geben und Verzeihen aufgerufen. „Groß ist man zum Beispiel nicht einfach durch Macht, Glanz und Überheblichkeit, schon gar nicht durch Gewalt“, sagte Lehmann am ersten Weihnachtstag im Mainzer Dom laut einer Mitteilung des Bistums. Die Größe Gottes zeige sich auch im Verzeihen - dies offenbare sich an Weihnachten. Lehmann sagte zugleich, der von Gott empfangene Reichtum solle weiterverschenkt werden. In seiner Predigt ging er auch indirekt auf den umstrittenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ein.

„Der Unmut und die Enttäuschung über Ereignisse in der Kirche, besonders auch in unserem Nachbarbistum Limburg, darf nicht dazu führen, dass wir die Hilfe für die Armen in Afrika, Asien und Lateinamerika aufkündigen“, betonte Lehmann. Papst Franziskus bitte die Gläubigen in besonderer Weise darum.

Tebartz-van Elst ist beurlaubt und hält sich derzeit in einer Benediktinerabtei in Niederbayern auf. Das Bistum ist in einer Krise, seitdem die auf mehr als 30 Millionen Euro explodierten Baukosten für den neuen Bischofssitz bekanntwurden. Außerdem gibt es heftige Kritik an der Amtsführung des Bischofs.


dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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