Weihnachtslotterie
Spanien ist wieder scharf auf den „Dicken“

Ein Los kostet stolze 200 Euro, doch die möglichen Gewinne sind märchenhaft: Allein der „El Gordo“ (Der Dicke) genannte Hauptpreis bei der traditionsreichen Weihnachtslotterie in Spanien ist 540 Millionen Euro schwer - in jeder der 180 Los-Serien drei Millionen Euro. Insgesamt winken Gewinne in Höhe von 2,1 Milliarden Euro.

HB MADRID. Für viele Spanier fängt die festliche Zeit mit dem „Dicken“ erst richtig an. „Ohne ihn wäre Weihnachten nicht vollkommen“, meinte eine Loskäuferin im Zentrum Madrids. Der monotone Singsang, mit dem die 32 Mädchen und Jungen der Madrider Waisenschule „San Ildefonso“ in einer dreistündigen Live-Übertragung die Glückslose vortragen, wirken für manchen wie anderswo die Adventslieder.

Fast 200 Jahre nach der ersten Ziehung wartet die Lotterie dieses Jahr mit einer neuen Lostrommel auf. Sie wurde in monatelanger Arbeit von einer Spezialfirma für Schiffszubehör gefertigt. Der kupferne Koloss hat einen Durchmesser von zweieinhalb Metern und ist gut eine Tonne schwer. In ihm befinden sich die 85 000 aus Buchsholz gefertigten Kugeln, aus denen sich die Losnummern zusammensetzten. Die dazugehörigen Preise werden aus einer kleineren Trommel gezogen.

Trotz der astronomischen Preisgelder macht die Lotterie die Gewinner eher selten tatsächlich zu Millionären. Das liegt daran, dass ein Einzellos stolze 200 Euro kostet. Die meisten Menschen schließen sich daher zu Tippgemeinschaften zusammen oder kaufen ein Zehntellos („décimo“), das immerhin noch 300 000 Euro bringen kann.

Die Profis unter den Spielern wissen, dass die Endziffer „5“ bislang am häufigsten gezogen wurde, so auch vergangenes Jahr, als der „Dicke“ auf die Lose mit der Nummer 20 085 entfiel. Die „13“ als Gewinnziffer gab es dagegen noch nie. Ein Sieger steht jedoch noch vor der Ziehung fest: Der spanische Fiskus. Rund eine Milliarde Euro fließen dieses Jahr dank der Lotterie in die Staatskassen.

Die Lotterie ist nicht nur die größte, sondern auch die älteste der Welt. Ihre Anfänge gehen auf das Jahr 1763 zurück, als König Carlos III. auf die Idee kam, durch den Losverkauf Gelder in die Staatskasse zu bekommen. In der heutigen Form wird sie seit 1812 ausgespielt. Wer am Freitag leer ausgeht, kann noch auf die „Jesus- Kind-Lotterie“ hoffen: Sie schüttet am 6. Januar immerhin noch 700 Millionen Euro aus.

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