Wein der Extra-Klasse
Hitze lässt Spitzenjahrgang reifen

Schon diese Woche beginnen die ersten Winzer in Frankreich, Italien und Deutschland mit der Weinlese. Hitze und Trockenheit lassen die Trauben optimal reifen.

HB/dpa BORDEAUX/MAILAND/MAINZ. Die Hitze verspricht den Weinliebhabern einen ganz besonders edlen Tropfen: Europas Winzer hoffen auf einen Spitzenjahrgang. In einigen Regionen Frankreichs, Italiens und Deutschlands läuft bereits die Weinlese, weil Sonne und Trockenheit die Trauben schneller reifen ließen. Zwar werden geringere Mengen erwartet, dafür weisen einige Traubensorten in der Pfalz schon jetzt überdurchschnittlich hohe Mostgewichte auf. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts Voraussetzung für einen Spitzenjahrgang.

Im Bordeaux, dem wichtigsten französischen Weingebiet, hat die Weinlese so früh wie seit 110 Jahren nicht mehr begonnen. Den Anfang machte am Dienstag ein Weingut, das im vergangenen Jahr mit der Ernte der weißen Trauben erst am 10. September begonnen hatte. Die Fachleute im Bordelais rechnen mit einem sehr guten Weißwein- Jahrgang, während für den späteren Roten die nächsten Wochen entscheidend sein werden.

Spitzenwein - aber geringere Erntemenge

„Die Trauben sind in perfektem Zustand, mit einem Alkoholgehalt von etwa 14 Grad, das hat es noch nicht gegeben“, sagte der Vize- Direktor des Weingutes „Château Haut-Brion“, Jean-Philippe Delmas. Dort soll die Lese an diesem Mittwoch beginnen.

Hitze, Trockenheit und Sonne haben sich auch im Beaujolais höchst erfreulich auf die Trauben ausgewirkt. Drei Wochen früher als sonst begann auch dort die Ernte. Das einzige Problem der Weingüter ist, schnell und ausreichend Saisonarbeiter für die Weinlese zu bekommen. Die italienischen Winzer rechnen mit einem Spitzenwein. Selbst in einigen Regionen Norditaliens werden die Trauben schon gepflückt - so der erste Pinot Grigio und Chardonnay bei Franciacorta in der Lombardei. Die Winzer rechnen aber mit einer geringeren Erntemenge.

Fruchtige Weißweine, kräftige Rotweine

Drei Wochen früher als sonst beginnt an diesem Freitag die Lese des deutschen Weinjahrgangs 2003 in der Pfalz. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) ist Leseauftakt für frühreife Sorten in Edesheim (Südliche Weinstraße). Erfreulich sei der gute Gesundheitszustand der Trauben als wichtige Voraussetzung für fruchtige Weißweine und farbintensive, kräftige Rotweine.

Auch in Europas nördlichstem zusammenhängenden Weingebiet, dem Saale-Unstrut-Tal im Süden Sachsen-Anhalts, beginnt die Weinlese 14 Tage früher als sonst. Sie starte am 20. September, sagte der Präsident des Weinbauverbandes, Siegfried Boy. 2002 begann die Lese am 3. Oktober. „Wir rechnen in diesem Jahr mit weniger, aber dafür mit einer guten Ernte“, sagte Boy. Auf Grund der Hitze werde der Wein einen hohen Zuckeranteil, also ein hohes Mostgewicht und einen niedrigen Säuregehalt haben. „Das wird ein italienischer Wein.“

„Die frühe Rebsorte Ortega können wir möglicherweise schon um den 20. August herum ernten“, sagte Winzer Andreas Clauß aus Bad Sulza in Thüringen. 2002 habe die Lese vier Wochen später begonnen. In Schliengen (Baden-Württemberg) wurden schon am Montag die ersten Trauben der Weinsorte Findling geerntet. Sorgen machen sich die Winzer aber um ihre jungen und nicht so tief verwurzelten Rebstöcke, die unter der anhaltenden Trockenheit leiden.

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