Weiße Ostern: Wer vom langen Winter profitiert und wer draufzahlt

Weiße OsternWer vom langen Winter profitiert und wer draufzahlt

So kalt wie in diesem Jahr war der März seit 100 Jahren nicht mehr. Das Wetterphänomen hat ganz praktische Auswirkungen: Der Krankenstand in Deutschland stagniert auf hohem Niveau, Heizkosten gehen rauf und Autofahrer sollten sich noch nicht von ihren Winterreifen verabschieden. Doch es gibt auch Nutznießer des verlängerten Winters.
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DüsseldorfDer Winter geht in die Verlängerung – bis nach Ostern. Von null Grad im Nordosten bis zehn Grad im Süden reicht die Palette in Deutschland während der Feiertage. Der diesjährige März könnte in einigen Bundesländern der kälteste seit 130 Jahren werden. Im Norden und Osten Deutschlands droht die Ostereiersuche im Schnee zu versinken.

In Großbritannien begruben die Schneemassen Schafe und Osterlämmer unter sich. In Moskau und Kiew müssen tonnenweise Schnee geräumt werden, danach drohen Überschwemmungen. „Hoch ,Jill' über Südskandinavien lässt einfach nicht locker und schickt uns weiterhin permanent kalte Luft aus russischen oder polaren Gefilden“, sagte Meteorologe Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.

Der lange Winter könnte kostet die deutsche Wirtschaft Milliarden. Minustemperaturen bis Ende März treiben die Heizkosten in die Höhe, lassen die Krankenstände steigen und bremsen den Verkehr aus, auf Baustellen muss die Arbeit ruhen, die Geschäfte bleiben leer.

„Nach unseren Berechnungen gehen ihr etwa zwei Milliarden Euro verloren", kalkulierte jüngst der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Alexander Schumann. „Besonders die Bauwirtschaft und das Transport- und Verkehrsgewerbe leiden.“

Auf dem Flughafen in Frankfurt am Main wurden seit vergangenem Oktober 10.065 Flugzeuge enteist, wie die Firma N'Ice mitteilte, die auf Deutschlands größtem Airport für die Enteisung zuständig ist. Das sei die zweithöchste Zahl, seitdem das Unternehmen am Frankfurter Flughafen tätig ist, sagte Betriebsleiterin Friederike Freund.

Wegen Erkältungskrankheiten mussten nach einer Erhebung der KKH Kaufmännischen Krankenkasse im ersten Monat des Jahres ein Drittel mehr Arbeitnehmer zu Hause bleiben als im Januar 2012. Der hohe Krankenstand könnte einen volkswirtschaftlichen Schaden in Höhe von vier bis sechs Milliarden Euro verursachen, prognostiziert die Kasse. Auf dem Höhepunkt der aktuellen Grippewelle wurden wöchentlich in rund 9000 Fällen Influenza-Viren nachgewiesen, wie das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilte.

Autohändler klagen ebenfalls über den nicht enden wollenden Winter. „Im Januar und Februar ist der Absatz drastisch gesunken", sagte Mustafa Kosak, der ein Autogeschäft in Berlin betreibt. "Die Leute rufen zwar an, aber sie kommen wegen des Schnees nicht hierher. Wir hoffen auf Besserung, wenn der Schnee schmilzt."

Auch die alte Autofahrerfaustregel setzt der verlängerte Winter außer Kraft: Winterreifen sollen demnach von O bis O, also von Oktober bis Ostern aufgezogen sein. Doch schon jetzt auf Sommerreifen wechselt, bringt sich und andere in Gefahr. Denn: „Im Grunde ist alles möglich – sogar verschneite Straßen bis ins Flachland“, teilt der Reifenhersteller Continental mit und rät weiterhin zu Winterreifen.

Selbst einzelne warme Tage mit Temperaturen von mehr als zehn Grad dürften nicht dazu verleiten, die Winterreifen zu früh in die Sommerpause zu schicken, warnen die Experten. Denn bis sieben Grad über dem Gefrierpunkt seien Winterreifen sowohl beim Bremsen als auch beim präzisen Kurvenfahren die bessere Bereifung. Auf Schnee gilt ohnehin: „Sommerreifen sind keine Alternative zu Winterreifen".

Schnee und Frost setzen vor allem der Baubranche zu. „Der Tiefbau liegt doch ziemlich brach", sagte ein Sprecher des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB). Klagte schon im Januar mehr als jedes zweite Bauunternehmen über witterungsbedingte Behinderungen, so seien es im Februar und März 77 Prozent der Firmen gewesen. Im Straßenbau liege der Anteil sogar bei 88 Prozent. „Es ist nicht realistisch, dass das alles wieder aufgeholt werden kann", sagte der HDB-Sprecher. „Dazu dauert der Winter einfach zu lange." Ein harter Winter bringe immer Nachteile für die Bautätigkeit, hieß es auch beim größten deutschen Baustoffkonzerns HeidelbergCement.

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  • Viele Menschen leiden momentan durch den langen Winter auch an einem Vitamin D-Mangel. Einen Test und viele wichtige Informationen zu diesem Thema findet man unter http://bit.ly/15K6d3a .

  • Verluste in der Wirtschaft durch kranke Arbeiter - na dann ersetzen wir halt endlich alle durch Computer und Roboter und die Menschen leben endlich.

  • Verluste in der Wirtschaft durch kranke Arbeiter - na dann ersetzen wir halt endlich alle durch Computer und Roboter und die Menschen leben endlich.

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