Weltausstellung eröffnet
Großer Besucherandrang am ersten Expo-Tag

In der Nacht zum Samstag ist mit einem großen Feuerwerk und einer farbenprächtigen Show die Weltausstellung im Spanischen Saragossa eröffnet worden. Bis zum Nachmittag zählten die Organisatoren bereits mehr als 12 000 Besucher auf dem Gelände. Doch es gibt nicht nur Befürworter des Spektakels, an dem 105 Länder beteiligt sind.

HB SARAGOSSA. Die Weltausstellung 2008 im nordspanischen Saragossa hat an ihrem ersten Tag einen regen Zulauf erlebt. Bis zum frühen Samstagnachmittag wurden mehr als 12 000 Besucher gezählt, wie Expo-Chef Roque Gistau mitteilte. Den größten Andrang habe es im Süßwasseraquarium, im Brückenpavillon der irakischen Architektin Zaha Hadid sowie den Pavillons von Spanien und der Region Aragonien gegeben. Auf großes Interesse stieß auch "Das Erwachen der Schlange", ein bunter Umzug, der täglich von Artisten des Cirque du Soleil veranstaltet wird.

Noch bevor die Tore am Morgen geöffnet wurden, hatten viele Menschen Schlange gestanden, um als erste auf das Gelände zu gelangen. "Auf diesen Augenblick haben wir lange gewartet", sagte eine Frau. Die Expo unter dem Motto "Wasser und nachhaltige Entwicklung" war in der Nacht mit einer farbenprächtigen Show eröffnet worden. Während ein großes Feuerwerk den Himmel erleuchtete, schwebten riesige Skulpturen in Gestalt von Wasserkreaturen über das Expo-Gelände am Ufer des Flusses Ebro.

König Juan Carlos sagte in seiner Eröffnungsrede, die Schau in der Hauptstadt Aragoniens wolle die Menschen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem lebenswichtigen Element bewegen. "Wir müssen nicht nur an die Gegenwart denken, sondern auch an die kommenden Generationen, und gegen Umweltzerstörung sowie den Klimawandel kämpfen", mahnte er. An der Zeremonie mit rund 5 000 geladenen Gästen nahmen auch Königin Sofía, Kronprinz Felipe, Prinzessin Letizia, Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso teil.

Drei Monate lang präsentieren 105 Länder in Saragossa innovative Technologien und Entwicklungen rund um die Wasserversorgung. Mehr als 200 regierungsunabhängige Organisationen machen auf der ersten Expo in Europa seit acht Jahren zudem auf die immer knapperen Wasserreserven der Erde aufmerksam. Erwartet werden rund vier Millionen Besucher.

Die bis zum 14. September laufende Schau lockt mit Ausstellungen rund um das Wasser, beeindruckenden Bauwerken oder dem größten Süßwasseraquarium Europas. Im sechs Millionen Euro teuren deutschen Pavillon können die Besucher auf futuristischen Flößen eine Reise durch die geheimnisvolle Welt des Wassers machen. Zudem gibt es fast 5 000 Musikveranstaltungen von Pop bis Klassik. Etwa 3,5 Milliarden Euro wurden anlässlich der Expo in Spaniens fünftgrößte Stadt (650 000 Einwohner) investiert.

Der spanische Umweltschutzverband Ecologistas en Acción rief zu einem Boykott der Veranstaltung auf. Die Expo sei bloß ein Vorwand gewesen, um tonnenweise Beton zu verbauen und ein riesiges Spekulationsobjekt hochzuziehen. Mit Nachhaltigkeit habe dies nichts zu tun. In Europa hatte es zuletzt im Jahr 2000 in Hannover eine Expo gegeben. 2005 fand eine Weltausstellung in Aichi (Japan) statt, die nächste ist 2010 in Shanghai (China) geplant.

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