Weltberühmter Konzertsaal schwer beschädigt
Brand in Berliner Philharmonie gelöscht

Der Dachstuhlbrand in der Berliner Philharmonie ist gelöscht. Brandwachen seien aber nach wie vor in dem Gebäude, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Mittwochmorgen. Die Einsatzkräfte befürchten, dass Glutnester in der unübersichtlichen Dachkonstruktion wieder aufflammen könnten.

HB BERLIN. Nach Angaben der Philharmonie wird es vorläufig keine Konzerte geben. Es müsse erst untersucht werden, ob die Statik des Gebäudes beschädigt sei, sagte der Feuerwehr-Sprecher. Das am Dienstagnachmittag ausgebrochene Feuer hatte etwa 1600 Quadratmeter des Daches beschädigt, den Konzertsaal aber verschont. Die Philharmonie geht von einem Schaden in Millionenhöhe aus.

Eine Sprecherin der Philharmonie sagte im RBB-Inforadio, dass das Dach des Konzerthauses neu gedeckt werden müsse. Für die am Wochenende geplanten Konzerte mit dem Stardirigenten Claudio Abbado werde noch ein Aufführungsort gesucht. Infrage kommen etwa die Waldbühne oder das Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Wie es zu dem Feuer kam, ist noch unklar. Die Feuerwehr will am Vormittag damit beginnen, nach der Brandursache zu forschen und die Höhe des Schadens festzustellen.

Glück im Unglück war es, dass der Brand nicht gut eine Stunde später während einer Probe für das größte Konzert der Saison mit Ex-Chefdirigent Claudio Abbado ausbrach. 720 Musiker sollten nach den Worten von Intendantin Pamela Rosenberg daran teilnehmen, darunter rund 400 Kinder. „Gott sei Dank ist das Feuer vorher ausgebrochen“, sagte Rosenberg. Ein Mittagskonzert sei gerade zuende gewesen, als gegen 14.00 Uhr der Feueralarm kam. Mehrere hundert Besucher und Beschäftigte hätten sich dann selbst ins Freie retten können. Die Verantwortlichen bemühten sich nun um ein Ausweichquartier für die Philharmoniker, damit die geplanten Konzerte stattfinden könnten.

Unklar war, wie groß der Schaden an der Philharmonie ist. Die Musiker konnten ihre wertvollen Instrumente zwar noch rechtzeitig in Sicherheit bringen, dem Konzertsaal droht jedoch ein Wasserschaden. Es sei nicht auszuschließen, dass Löschwasser einsickere, sagte ein Feuerwehrsprecher. Intendantin Rosenberg sorgt sich außerdem um die Tontechnik, die in mehreren Räumen direkt unter dem Dach untergebracht ist. Immerhin sind mit Ausnahme von Orgel und Flügeln die 40 bis 50 Instrumente gerettet, die im Gebäude waren: Sie stellten unermesslichen Werte dar, besonders die Streichinstrumente wären nicht zu ersetzen gewesen, sagte ein Vertreter des Orchesters. Die 1963 vollendete Philharmonie des Architekten Hans Scharoun gilt inzwischen als eines der Wahrzeichen Berlins. Anfangs war das markante Gebäude mit seiner gelb-goldfarbenen Außenhaut jedoch heftig umstritten. Der künstlerische Leiter der Philharmonie, Sir Simon Rattle, hielt sich nach den Worten Rosenbergs während des Brandes im Ausland auf.

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