Weltjugendtag
Ein Polizist auf 200 Gläubige

Es gebe keine Erkenntnis über eine konkrete terroristische Bedrohung, sagt der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf (FDP). Polizei, Rettungs- und Sanitätsdienste seien „bestens vorbereitet“. Für die neue schwarz-gelbe Landesregierung wird das Massenspektakel zur großen Bewährungsprobe, zumal in knapp einem Jahr die Fußballweltmeisterschaft beginnt.

HB KÖLN. Wenn Papst Benedikt XVI. eintrifft, gilt Sicherheitsstufe 1, die bei Staatsoberhäuptern gemeinhin üblich ist. Rund 4 000 Polizeibeamte und noch einmal so viele private Sicherheitskräfte sind in den nächsten fünf Tagen im Einsatz. Mehr als 2 500 Absperrgitter aus der gesamten Republik wurden nach Köln transportiert. Den Schutz des Oberhaupts der Katholiken übernehmen Beamte des Bundeskriminalamts und die Schweizer Garde des Vatikans. Etwa 500 Gullydeckel werden versiegelt, dazu Telefonschächte und Briefkästen im engeren Umkreis des Doms.

Eigens für die Begegnung mit mehreren hunderttausend Christen auf den Rheinwiesen am Donnerstag ließ das Innenministerium den Boden durchpflügen. Dabei stellte der Kampfmittelräumdienst rund 2 300 Sprengkörper und Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg sicher. Die Kosten betrugen fast 770 000 Euro. Für den Schutz auf den WJT-Veranstaltungen ist der eigens engagierte Sicherheitschef Winrich Granitzka zuständig. Der 62-Jährige war zehn Jahre Polizeichef in Köln und hat für das Ereignis die Granitzka Consulting GmbH gegründet. „Das Gute ist, dass wir es mit feiernden Menschen zu tun haben, die ihre Friedfertigkeit in die Stadt hineintragen“, sagt Granitzka.

Eine besondere Herausforderung wird die Abschlussmesse auf dem „Marienfeld“ am Sonntag sein, wenn etwa 800 000 Menschen kommen. Dann soll ein Flugverbot herrschen, Awacs-Luftaufklärer werden den erdnahen Bereich kontrollieren. Granitzka sorgt dabei nicht so sehr ein terroristischer Anschlag, sondern dass eine Massenpanik ausbricht, etwa wenn ein Gewitter aufzieht. Hundertprozentige Sicherheit könne es nicht geben, betonen die Organisatoren. Und deshalb werden etliche auf einen besonderen Schutz hoffen, so wie der Kölner Erzbischof Josef Kardinal Meisner: „Gott wird uns vor einer Katastrophe schützen.“

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