Weltjugendtag
Köln im Papst-Fieber

Tausende Pilger jubelten am Rhein und vor dem Kölner Dom: In zwei Ansprachen hat sich Papst Benedikt XVI. an die Teilnehmer des Weltjugendtages gewandt. Darin versprach er, das Lebenswerk seines Vorgängers Johannes Paul II. fortzusetzen - ein schweres Erbe.

HB KÖLN. Wind, Wellen und ein entspannter Papst auf dem Rhein: Erstaunlich gelassen nimmt der römische Gast auf dem Schiff „MS Rhein-Energie“ Platz, lächelnd, fast locker sitzt er auf Deck, genießt den Sonnenschein - beinahe so, als handele es sich um eine ganz normale Ausflugsfahrt.

Das Oberhaupt von eine Milliarden Katholiken wagt sich im Boot hinaus auf den Strom: Symbolträchtiger könnte die Aktion nicht sein. Uralte biblische Bilder werden beschworen: Der neue Papst, der Bayer, der seit vier Monaten als Zeichen seiner Berufung den Fischerring am Finger trägt - ist er ein „Menschenfischer“, ein Kirchenführer, der die „Menschen mitnimmt“, ein Seelsorger, der das Glaubensvolk begeistert, die Jugend in Verzückung versetzt? Ob man will oder nicht: es drängen sich die Vergleiche zu seinem Vorgänger Johannes Paul II. auf.

Immer wieder verweist auch Ratzinger an diesem Tag auf seinen übergroßen Vorgänger, geradezu beschwörend spricht er vom toten Amtsinhaber. „Er hat Euch geliebt, Ihr habt es begriffen und diese Liebe mit dem Elan Eurer Jugend erwidert.“ Wenn er den toten Papst erwähnt, klatschen die Jugendlichen am lautesten. Fast scheint es, das neue Oberhaupt der Katholiken suche Hilfe, suche Zuflucht beim Vorgänger. Doch der einfache Satz, dass auch er, Joseph Ratzinger aus Marktl am Inn, die Jugendliche liebe - diesen kleinen Satz, den alles entscheidenden Satz sagt er nicht.

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