Weltraum-Versuche sollen Relativität von Raum und Zeit prüfen
Raumsonde soll Einsteins Theorien überprüfen

Fast hundert Jahre nach ihrer Entstehung sollen nun zwei Theorien Albert Einsteins überprüft werden. Es geht darum, ob die Struktur von Raum und Zeit sich durch die Anwesenheit eines Objektes ändert.

HB BERLIN. Am 17. April soll die Raumsonde Gravity Probe 2 vom US-Luftwaffenstützpunkt Vandenberg ins All starten, um zwei Theorien Einsteins zu überprüfen. Dabei geht es um Raum und Zeit und wie die Erde beide beeinflusst.

Kern des Experiments sind vier so genannte Gyroskope. Dabei handelt es sich um absolut runde, sich drehende Quarzkugeln von der Größe von Tischtennisbällen. Sie befinden sich zur Gewährleistung der Messgenauigkeit in einem Behälter im absoluten Vakuum und nahe dem absoluten Nullpunkt. Es sei die stillste Umgebung, die es je gegeben habe, sagte Nasa-Direktorin Anne Kinney.

Wenn Einstein recht hat, müssten die sich drehenden Quarze im Weltall ihre Richtung ändern. Er entwickelte nämlich 1916 die Idee, dass Raum und Zeit eine Struktur bilden, die sich mit der Anwesenheit eines Objekts verändert, so wie eine Kugel auf einer weiche Unterlage eine Delle hinterlässt. Zwei Jahre später behaupteten andere Forscher auf der Basis dieser Annahme, dass eine Rotation dieses Objekts Zeit und Raum mit sich ziehen und die Raum-Zeit-Struktur verformen müsste.

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