Weltraumbestattungen - ein Geschäft mit Zukunft
Der letzte Weg führt ins All

Änderten sich Art und Weise von Bestattungen ziemlich oft im Laufe der Zeit, so ist dies doch die außergewöhnlichste Art einer Bestattung: Die amerikanische Firma Space Services Inc. verdient ihr Geld mit Bestattungen im Weltraum und plant nun sogar eine der größten Weltraumbestattungen, die es jemals gab. Auch die Asche eines Deutschen befindet sich in einer der 150 Urnen.

HB LOS ANGELES. Bei der amerikanischen Firma Space Services Inc. hat der Countdown zu einer der größten Weltraumbestattungen begonnen. An Bord einer kommerziellen Rakete soll Ende September die Asche von 150 Menschen aus aller Welt ins All geschickt werden. Auch die Asche eines Deutschen liegt auf dem kalifornischen Luftwaffenstützpunkt Vandenberg bereit.

Firmenchef Charles Chafer veranschlagt die Reisekosten für sieben Gramm Asche mit 5 300 Dollar (4 291 Euro). Wer mit einem Gramm Asche nur eine symbolische Weltraumbestattung wünscht, der tritt die letzte Reise zum Spartarif von 995 Dollar an. „Die meisten Klienten wollten bereits zu Lebzeiten ins All fliegen, was natürlich nicht möglich war. Dies ist für viele die nächstbeste Sache“, meint der texanische Unternehmer.

Die Asche, in Kapseln von der Größe eines Lippenstifts verpackt, umkreist die Erde auf einer Umlaufbahn von maximal 1000 Kilometern mehrere Jahre lang. Als Träger wird ein Satellit des Verteidigungsministeriums ins All geschickt. Mit dem Ende seiner Mission verglüht auch die Asche beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

Chafer machte sich bereits 1982 einen Namen, als er die erste private Rakete ohne Hilfe der US-Regierung ins All schoss. 1998 beförderte er unter anderem die Asche des Drogen-Gurus und Psychologen Timothy Leary in den Weltraum. Einen Rückschlag erlebte die schwerelose Bestattung im September 2001, als eine Rakete mit einigen Dutzend Aschebehältern nicht die Umlaufbahn erreichte.

Laut Chafer gibt es „tausende Anfragen“, über die Zukunft seines speziellen Bestattungsgeschäfts mache er sich deshalb keine Sorgen. Mit Hilfe verbesserter Antriebsraketen plant er ab 2005 bis zu vier Flüge pro Jahr. Ein Drittel seiner Kunden kommen derzeit aus Japan. Außerdem hätten sich Niederländer, Franzosen, Engländer, Russen und Brasilianer angemeldet.

Angehörige dürfen beim Raketenstart dabei sein. Sie erhalten ein Video und ein Softwareprogramm, mit dem die Urnen-Position auf der Umlaufbahn zu orten ist. Die meisten Kunden hätten den teureren Flug für sieben Gramm Asche gebucht, sagt Chafer. Mitunter fragten Interessenten auch nach den Reisekosten für die gesamte Asche. Das würde mindestens 200 000 Dollar kosten, schätzt der Unternehmer - „so viel wollte noch keiner für die letzte Reise zahlen.“

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