Welttabakkonferenz der WHO
Allianz gegen Krebs warnt vor einer Milliarde Nikotin-Toten

Eine Allianz aus 33 weltweit führenden Krebs-Organisationen hat am Montag zum Kampf gegen das Rauchen aufgerufen. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts seien eine Milliarde Todesfällen durch Nikotin zu befürchten, heißt es in einer Erklärung der Allianz zum Auftakt der Welttabakkonferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Helsinki.

HB/dpa HELSINKI. Bei einem Anhalten des derzeitigen Tabakkonsums müsse mit der Vervielfachung der derzeitigen Opferzahlen gerechnet werden. In den vergangenen 100 Jahren sind nach WHO-Schätzungen 100 Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens gestorben. Zu dem Verband zählt auch die Deutsche Krebshilfe.

Im Mittelpunkt des einwöchigen Treffens in der finnischen Hauptstadt mit 2000 Experten aus 130 Ländern steht die im Mai in Genf vereinbarte internationale Konvention gegen das Rauchen (FCTC = „Framework Convention on Tobacco Control“). Sie soll möglichst rasch verwirklicht werden. Die Konvention sieht vor, dass der Tabakkonsum, die Rauchbelästigung für Nichtraucher und die Tabakwerbung eingeschränkt werden. Nach ihrem Inkraftreten soll es unter anderem auch die Angaben für Sorten wie „mild“ oder „light“ nicht mehr geben.

Sowohl die Antikrebs-Allianz (UICC) wie der neue WHO- Generaldirektor Lee Jong-wook verlangten in Helsinki eine schnelle Ratifizierung der Konvention gegen das Rauchen in allen 192 Unterzeichnerstaaten. Bisher sei dies erst in 47 Ländern sowie durch die EU erfolgt, hieß es weiter. Derzeit sterben laut WHO und Allianz pro Jahr 4,9 Millionen Menschen durch Krebs als Folge des Tabakkonsums. Die Zahl der von Nikotin abhängigen Menschen wird auf eine Milliarde geschätzt. Hinzu kommen als besonders akut gefährdete Gruppe 700 Millionen Kinder aus Familien mit mindestens einem Raucher. 30 Prozent aller Krebserkrankungen und darunter 90 Prozent aller Fälle von Lungenkrebs werden durch Rauchen verursacht.

Durch schnelles und abgestimmtes Handeln könne man allein 2 Millionen Todesfälle bis 2020 und 6,5 Millionen bis 2040 verhindert, hieß es in der Erklärung der Allianz. Deutschland ist mit 140 Milliarden verkauften Zigaretten im vergangenem Jahr die fünftgrößte Rauchernation der Welt. 800 000 Zigarettenautomaten in Deutschland machen nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Nikotinforschung die Hälfte des Gesamtbestandes an derartigen Automaten in der EU aus.

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