Aus aller Welt
Weltweit immer wieder Irrfahrten von Flüchtlingsschiffen

Um ihren Traum von einem besseren Leben zu verwirklichen, nehmen sie unglaubliche Strapazen auf sich. Doch wie eine Seifenblase zerplatzen die Hoffnungen der Flüchtlinge sehr schnell. Die Tragödie der "Cap Anamur" ist dabei keine Ausnahme.

HB HAMBURG. Das Tauziehen um die Afrikaner erinnert an spektakuläre Irrfahrten anderer Flüchtlingsschiffe in den vergangenen Jahren. August 2001: Der norwegische Frachter „Tampa“ nimmt von einer sinkenden indonesischen Fähre mehr als 400 zumeist afghanische Flüchtlinge auf. Sie zwingen den Kapitän, Kurs auf die australischen Weihnachtsinsel zu nehmen. Australien verweigert die Erlaubnis zum Einlaufen ebenso wie Indonesien. Das Verhalten Australiens stößt weltweit auf scharfe Kritik. Nach mehr als drei Wochen auf See betreten die ersten Bootsflüchtlinge auf der Südpazifik-Insel Nauru wieder Land.

Juni 2001: Mehr als dreieinhalb Wochen dauert die Odyssee der schwedischen „Alnar Stockholm“, bevor 186 liberianische Flüchtlinge völlig entkräftet in der nigerianischen Hafenstadt Lagos an Land dürfen. Sie waren mit angeblich gültigen Papieren in Monrovia an Bord gekommen, um den Wirren in ihrer Heimat zu entkommen. Ghana, Benin und Togo hatten das Schiff abgewiesen.

Dezember 1999: Mit mehr als 300 kurdischen und nordafrikanischen Flüchtlingen irrt der bulgarische Frachter „Wodoley 1“ tagelang durch das Mittelmeer. Nachdem Griechenland ihre Aufnahme abgelehnt hatte und eine Ausbootung in der Ägäis gescheitert ist, kann das Schiff im italienischen Adriahafen Otranto festmachen. Der Kapitän bestreitet Schleuservorwürfe.

Juni 1996: Mit etwa 450 Flüchtlingen des Liberia-Kriegs legt die russische „Zolotitsa“ wieder in der Hauptstadt Monrovia an, wo sie dreieinhalb Wochen zuvor in See gestochen war. Mindestens zehn Menschen waren während der Fahrt gestorben. Ghana und andere Länder hatten die Menschen trotz eines UN-Appells nicht an Land gelassen.

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