Wenig Hoffnung auf Freilassung
Greenpeace-Aktivist muss in Haft bleiben

Weitere drei Monate Haft für den ersten der in Russland angeklagten Greenpeace-Aktivisten: Die Ermittler fordern nun das Gericht in St. Petersburg auf, die Haftzeit für alle 30 Angeklagten auszudehnen.
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St. PetersburgDer erste der in Russland angeklagten Greenpeace-Aktivisten ist zu weiteren drei Monaten Untersuchungshaft verurteilt worden. Das entschied am Montag ein Gericht in St. Petersburg. Nach Verhandlung des ersten Falls forderten die Ermittler das Gericht auf, die Haftzeit für alle 30 Angeklagten auszudehnen. Sechs weitere Angeklagte sollten noch am Montag gehört werden. Die Entscheidung allerdings macht den anderen wenig Hoffnung auf Freilassung.

Bei dem Termin ging es darum, ob die Angeklagten wegen der Vorwürfe des „Rowdytums“ nach ihren Protesten in der Arktis gegen Ölbohrungen weiter in Untersuchungshaft bleiben müssen. Die Ermittler haben bis Sonntag Zeit, um bei Gericht eine Verlängerung der Untersuchungshaft um drei Monate zu beantragen. Die Verteidiger der insgesamt 30 Festgehaltenen, darunter 28 Aktivisten sowie ein Fotograf und ein Kameramann, wollen indes erreichen, dass sie gegen Kaution freigelassen werden oder in einem Hotel in St. Petersburg in Hausarrest kommen können.

Die russische Justiz wirft den Festgehaltenen „Rowdytum“ vor, worauf bis zu sieben Jahre Haft stehen. Die Aktivisten hatten an Bord des Eisbrechers „Arctic Sunrise“ im September gegen Ölbohrungen in der Arktis demonstriert. Zwei versuchten dabei, auf eine Bohrinsel zu klettern. Die russische Küstenwache stürmte daraufhin am 18. September das Schiff und schleppte es nach Murmansk.

Alle 30 kamen nach ersten Anhörungen in Murmansk in Untersuchungshaft und wurden vor einer Woche nach St. Petersburg verlegt. Die Anklage wegen „Piraterie“ schwächte die Justiz mittlerweile auf „Rowdytum“ ab.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wenig Hoffnung auf Freilassung: Greenpeace-Aktivist muss in Haft bleiben"

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  • Warum sollte die russische Justiz an den Pranger gehören? In den USA wären die Behörden nicht sanfter mit den Greenpeace - Akteuren umgegangen. Und hätten sie den Israelis in die Suppe gespuckt, würden ggf. einige von ihnen schon nicht mehr leben.
    Das ist das Risiko, das die Leute von Greenpeace auf sich nehmen, um auf eklatante Missstände in der Welt aufmerksam zu machen. Dafür haben sie meinen Respekt.

    @HofmannM
    Gegen tiefen Frust hilft Sport und ggf. eine Tafel gute Schokolade ;-)

  • Die Greenpeace-Aktivisten haben friedlich gegen Ölbohrungen in der Arktis demonstriert. Diese friedlichen Demonstranten haben sich zum Wohle der Menschheit engagiert und gehören sofort freigelassen. Die russische Justiz dagegen gehört an den Pranger.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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