Weniger Staus erhofft
Neue Brücke zur Ferieninsel Rügen

Nach mehr als drei Jahren Bauzeit ist am Wochenende eine neue Autobrücke zur Ostseeinsel Rügen eröffnet worden.

HB STRALSUND. Die mit 4,1 Kilometern längste Brücke Deutschlands ist nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein „architektonisches Meisterwerk“, das neue Perspektiven in ihrem Wahlkreis Rügen und der Hansestadt Stralsund biete. Von diesem Montag an rollt offiziell der Verkehr über die Brücke zwischen Rügen und Stralsund. Die früher oft kilometerlangen Staus vor dem alten Rügendamm dürften der Vergangenheit angehören. Die beliebte Ferieninsel rückt damit - zeitlich gesehen - näher.

Markantester Teil der neuen Straßenverbindung neben dem 71 Jahre alten Rügendamm ist eine Seilbrücke mit einem 128 Meter hohen Pfeiler. Mit einer Durchfahrtshöhe für Schiffe von 42 Metern muss die neue Brücke nicht mehr - wie die alte Verbindung - aufgeklappt werden. Etwa 220 000 Gäste waren bis Sonntagnachmittag zu den Feiern rund um das 125 Mill. Euro teure Bauwerk gekommen, das aus sechs aneinandergereihten Brücken und einem Damm besteht und von Montag an für Fußgänger gesperrt ist. Im Gedränge auf der Brücke wurden laut Polizei am Samstag mehrere Menschen leicht verletzt. Sie zogen sich beim Übersteigen von Leitplanken und Gittern Prellungen und Schürfwunden zu. Einige mussten ärztlich behandelt werden.

Die neue Verkehrsader sei wichtig für die touristische und wirtschaftliche Entwicklung der Region und stehe im Einklang mit dem Weltkulturerbestatus von Stralsund, sagte Merkel vor 1000 Ehrengästen. Gemeinsam mit der Kanzlerin hatten auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidenten Harald Ringstorff (beide SPD) die Brücke freigegeben. Tiefensee kündigte an, sich für eine zügige Fertigstellung der neuen Bundesstraße auf Rügen einzusetzen, um eine weitere Verkehrsentlastung zu erreichen.

Umweltverbände warnten hingegen vor negativen Auswirkungen auf Rügens Natur durch den Brückenbau und die geplanten Anschlussstraßen. Durch tausende zusätzliche Fahrzeuge pro Tag würden die Alleen der Insel vom Landschaftserlebnis zum Albtraum, hieß es beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Für die Weiterführung der neuen Anbindung müssten 200 Alleebäume gefällt werden. Insgesamt 170 Hektar der Insel würden durch Straßen versiegelt.

Die Verbindung kann dann im längsten Teil mit der Höchstgeschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde befahren werden. Im Auffahrtsbereich gilt auf einer Länge von rund 600 Metern die Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde. Bei schlechten Witterungsverhältnissen wird die erlaubte Höchstgeschwindigkeit über das Verkehrsleitsystem reduziert.

Neue Zufahrten ohne Ampeln sollen für einen störungsfreien Ablauf des Verkehrs auf der Rügener Seite sorgen. In den nächsten Wochen wird die dreispurige Brücke zunächst nur auf zwei Spuren befahrbar sein. Für das Verkehrsleitsystem mit Videokameras sollen zunächst die Schlechtwettervarianten mit Starkregen, Nebel, Sturm und Schnee durchgetestet werden. Erst nach Abschluss der Tests wird die dritte Spur in der Mitte entsprechend der Verkehrsströme freigegeben.

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