Wer einmal obdachlos war, hat es sehr schwer eine Wohnung zu bekommen Armut und Elend in Deutschland nimmt zu

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Auch in Braunschweig oder Göttingen finden Arme nach Angaben der dortigen Zentralen Beratungsstelle kaum noch Wohnungen. Vor allem aber werden die Bedürftigen nach Beobachtung des Leiters, Alfred Loschen, immer jünger. „Viele von diesen Jugendlichen sind drogenabhängig oder straffällig geworden“, sagt Loschen, „bis hin zu Minderjährigen, die auf der Straße leben.“ Nach Angaben der Diakonie waren bundesweit vor zehn Jahren noch meist über 50-Jährige auf Notunterkünfte angewiesen, heute sind die Betroffenen im Schnitt 38.

Das Elend der Ärmsten ist größer geworden. „Es gibt mehr Trinker, viele, die lange Karrieren hinter sich haben, krank sind, hochgradig isoliert und vereinzelt“, sagt Ronald Lutz, Professor in Erfurt und Experte für Armut in Deutschland. „Viele sind körperlich vorgealtert und sehen mit 40 wie 60 aus.“ Für viele dieser Ärmsten und oft Suchtkranken fehlen oft passende Häuser, in denen sie unterkommen können, sagt Experte Ruhstrat.

Hunderttausende in Deutschland in prekärer und vielleicht perspektivloser Lage, oft mit Mietschulden, können aber noch alleine leben und sich einigermaßen organisieren. „Nur ein Bruchteil von denen wird obdachlos“, sagt Ruhstrat. Viele bekommen Mietzuschüsse und regelmäßige Besuche etwa im Auftrag des Jugendamts. „Wenn diese Menschen nicht lebenspraktische Hilfe bekommen, kippen viele aus den Strukturen raus.“ Die Fachleute fürchten nun, dass die aktuellen Sozialreformen und die Finanznot der Kommunen die Lage für die Armen und von Armut Bedrohten weiter verschärfen werden.

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