"Wer wird Millionär?"
RTL prüft rechtliche Schritte

Der Kölner Privatsender RTL prüft rechtliche Schritte gegen den Quizkandidaten Reinhold S., der entgegen der Regeln sich ein zweites Mal einen Platz auf dem Rate-Thron erschlichen hat. Der Kandidat hatte sich nach RTL-Angaben bereits im Jahr 2003 unter falschem Namen in der Show vorgestellt und 500 Euro gewonnen.

HB KÖLN. Beim zweiten Mal, am 10. April 2006, kam er auf 64 000 Euro. RTL will den Gewinn nicht auszahlen.

Die Produktionsfirma Endemol werde stärker als bisher auf die Einhaltung der Teilnahmeregeln achten, ergänzte Körner, ohne Details zu nennen. Jeder Kandidat im Studio müsse eine faire Chance haben. „Die eigentlich Benachteiligten sind die neun anderen Kandidaten, die es nicht ins Spiel geschafft haben“, hatte Moderator Jauch (49) bereits am Sonntag gesagt. „Daher erhalten sie von uns eine neue Chance und dürfen baldmöglichst noch einmal antreten.“ Sie sollen nun im Mai noch einmal in die Show geladen werden.

Vor rund drei Jahren habe S. unter dem falschen Namen Luis Meyer an dem Quiz teilgenommen. Laut RTL gibt es eine Mitwirkungsvereinbarung, in der schriftlich gefragt werde, ob der Bewerber bereits an einer Sendung teilgenommen habe. Bislang bestreitet Reinhold S. nach RTL-Angaben auch nach Vorlage von Fotos die Vorwürfe mit den Worten: „Die Person Luis Meyer ist mir nicht bekannt.“ Einem Zuschauer war aufgefallen, dass derselbe Kandidat bereits bei Jauch zu Gast war, und hatte den Sender benachrichtigt. Der Mann hatte bei seinem ersten Auftritt in der Sendung einen Harry Müller als Telefon-Joker angegeben und eine Edda Schwarte als Begleitperson - bei der zweiten Teilnahme war das umgekehrt. Das angegebene Alter variierte zwischen 38 und 39 Jahren. Aufgeflogen sei der ganze Vorgang durch einen Zuschauer.

Bereits zuvor hatte ein Betrugsfall bei „Wer wird Millionär?“ in Großbritannien für Furore gesorgt. Dabei war ein Paar vor drei Jahren wegen Betrugs zu 18 Monaten Haft auf Bewährung sowie zu einer Geldstrafe von umgerechnet 22 000 Euro verurteilt worden. Der Mann soll die Quizfragen mit Hilfe eines ebenfalls verurteilten Dozenten durch verabredetes Husten beantwortet haben. Die Frau soll den Plan mitentwickelt haben.

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