Werbekampagne bereits eingestellt
Medienaufsicht will Papst-Satire „Popetown“ auf MTV verhindern

Die Proteste gegen die vom Sender MTV geplante Satire „Popetwon“ nehmen zu. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) forderte von MTV am Mittwoch, auf die Ausstrahlung zu verzichten.

HB FRANKFURT/MAIN. Es gebe begründete Sorgen, dass die Zeichentrickserie die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtige und religiöse Gefühle verletzen könne, erklärte die Kommission in München. Wegen der Proteste hatte MTV bereits die Werbekampagne der für den 3. Mai angekündigten Serie eingestellt.

In einem offenen Brief an MTV-Geschäftsführerin Catherine Mühlemann schreibt die KJM, bei ihr seien bereits zahlreiche Beschwerden und Anfragen eingegangen. Deshalb werde man eine Prüfung vornehmen, sobald die erste Folge der Serie ausgestrahlt wurde. Die Kommission verwies darauf, dass sich die britische BBC, die die Serie produziert hatte, seinerzeit nach Protesten gegen eine Ausstrahlung entschied. Der KJM-Vorsitzende Wolf-Dieter Ring appellierte an MTV, wegen der grundsätzlichen Bedeutung die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) einzuschalten.

MTV-Sprecher Mats Wappmann erwiderte, man habe schon vor Wochen die FSF eingeschaltet. Der Verein habe für eine englischsprachige Episode bereits eine Freigabe erteilt. „Sobald die deutsch synchronisierten Folgen vorliegen, werden wir diese ebenfalls der FSF zur Prüfung vorlegen“, erklärte Wappmann.

In der Serie geht es laut MTV um einen „durchgeknallten“ Papst und einen korrupten Kardinal, der Waisenkinder in die Sklaverei verkauft. Die geplante Ausstrahlung hat seit dem Wochenende vor allem bei Katholiken scharfe Proteste ausgelöst. Sie hatten sich vor allem an einer Anzeigenkampagne entzündet, worin eine Jesusfigur unter einem leeren Kreuz vor einem Fernseher sitzt. Die Anzeige war mit „Lachen statt rumhängen“ überschrieben.

Wappmann sagte, man habe sich wegen der zahlreichen Reaktionen der Öffentlichkeit entschlossen, die Werbekampagne einzustellen. MTV sei zwar weiterhin der Ansicht, dass das Motiv als satirische Darstellung rechtlich nicht zu beanstanden sei. Man wolle aber „die emotionale Kontroverse“ nicht verstärken. Der Deutsche Werberat hatte MTV wegen seiner Haltung zu der Kampagne offiziell getadelt.

Die Sprecherin für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach, kritisierte, in „Popetown“ würden unter anderem Jesus Christus und der Papst in einer verunglimpfenden Weise dargestellt. Die CDU-Politikerin forderte MTV nachdrücklich auf, die Serie nicht zu senden. Eine Ausstrahlung wäre „eine unerträgliche Beleidigung aller Christen“.

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