Werbung im Internet
Verlage wollen gegen Adblocker vorgehen

Immer mehr Menschen installieren Adblocker, um sich gegen nervige Werbung im Internet zu schützen. Verlage aber sind auf die Webeerlöse angewiesen – und wollen die Nutzer deshalb zum Ausschalten der Werbeblocker bewegen.
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BerlinAufpoppende Videos und aggressive Banner - Werbung im Internet kann mitunter nervtötend sein. Viele Nutzer haben einen sogenannten Adblocker installiert, der unerwünschte Reklame ausfiltert.

Für die andere Seite, die auf die Werbeerlöse angewiesen ist, sind sie jedoch ein Problem. „Der Branche geht im Jahr ein dreistelliger Millionenbetrag durch Adblocking verloren“, sagt Oliver von Wersch vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW).

Einige Medienhäuser reagieren bereits: Nach Bild.de und Gruner + Jahr sagt jetzt auch die „Süddeutsche Zeitung“ Adblockern den Kampf an. Um Artikel zu lesen, müssen Nutzer entweder ihren Blocker ausschalten, sich per Name und E-Mail registrieren oder ein Abo abschließen.

„Adblocker blockieren eine der wichtigsten Finanzierungsquellen unseres digitalen Angebotes“, heißt es jetzt bei SZ.de. „Wir bitten Sie daher, das Programm zumindest für unsere Seite zu deaktivieren.“

„Es geht vor allem um Haltung“, sagt SZ.de-Geschäftsführer Johannes Vogel. „Und um die Frage, wie journalistische Angebote künftig finanzierbar sind.“ Wie fällt die erste Bilanz aus?

„Für konkrete Zahlen ist es schlichtweg noch zu früh. Aber wir stellen fest, dass die Netto-Reichweite, also die Ad-Impressions, die wir ausspielen können, deutlich und relevant gestiegen ist. Allerdings können wir nicht sagen, wieviele Nutzer unserer Seite komplett verlassen.“ Schließlich schwanke die Zahl der Seitenaufrufe von Tag zu Tag.

In der Branche wird das Thema zwar heiß diskutiert - aber nur wenige Verlage ziehen zur Zeit mit. „Viele haben schlichtweg Angst, Reichweite zu verlieren“, sagt Vogel. „Die Angst können wir nachvollziehen“.

Viele Marktteilnehmer seien noch immer der Meinung, das Problem würde sich schon irgendwie erledigen, meint Stefan Betzold von Bild Digital. „Aber es bringt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken.“

Bild.de machte im Herbst 2015 den ersten Schritt, und sperrte Adblocker-Nutzer aus. Ein mutiger Vorstoß, der sich laut Betzold aber gelohnt hat. „Wir hätten das schon viel früher machen sollen“, sagt er.

„Bereits nach zehn Tagen wurde die Adblock-Rate um 70 Prozent reduziert, inzwischen sind wir bei 90 Prozent“. Jedoch könne nicht gemessen werden, ob die User ihren Adblocker komplett aus- oder nur bild.de freischalten.

Immerhin: Nach Angaben des BVDW geht die Adblocker-Nutzung in diesem Jahr stetig zurück, wenn auch in kleinen Schritten. Demnach lag die Adblocker-Rate im dritten Quartal diesen Jahres bei 19,11 Prozent. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatten noch 21,16 Prozent die Online-Display-Werbung geblockt.

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Adblocker sind legal – „Whitelisting“ nicht

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