Werte
Kindern sind Familie und Freunde wichtiger als Geld

Von einem immer wieder befürchteten Werteverfall sind deutsche Kinder weit entfernt. Geld und Glaube sind ihnen ziemlich egal, Freunde und Familie dagegen umso bedeutender. Auch Geborgenheit und Vertrauen finden junge Menschen „total wichtig“.
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HB BERLIN. Das fanden das Kinderhilfswerk Unicef und die Kinderzeitschrift „Geolino“ in einer repräsentativen Umfrage zu Kinderwerten in Deutschland heraus. Die Untersuchung wurde am Mittwoch in Berlin vorgestellt. Verglichen mit Befragungen in den Jahren 2006 und 2008 ist vor allem Respekt nach Ansicht vieler Kinder bedeutsamer geworden. Im Zeitalter von Pisa-Studien hält auch die Hälfte der befragten Schüler Bildung für sehr wichtig.

Die Umfrage zeige, dass Kinder weder eine „soziale Vereisung“ noch einen Werteverfall zeigten, sagte der Sozialwissenschaftler Hans Bertram von der Berliner Humboldt-Universität. Kinder hätten sogar eine sehr ausgeprägte Werteorientierung. Große Schwankungen in ihrer Skala der Vorlieben gibt es seit der ersten Untersuchung 2006 nicht.

Etwas wichtiger geworden sind Kindern neben Respekt auch Gerechtigkeit, Hilfsbereitschaft, Pflichtbewusstsein und gute Manieren. Ganz am Ende der Liste sortieren sie weiterhin Geld, Besitz, Ordnung, aber auch das Stichwort Glaube ein.

Starke Wertorientierung und hohe Bereitschaft zum Engagement Gegenüber der vorhergehenden Befragung in 2008 hat aus Sicht der Kinder die Bedeutung von vielen Werten auf hohem Niveau noch einmal zugenommen. Am stärksten stieg aus ihrer Sicht die Wichtigkeit der Werte „Respekt“ (plus 6 Prozentpunkte auf 35 Prozent, die diesen Wert „total wichtig“ finden), „Vertrauen“ (+4 / auf 57 Prozent) und „Gerechtigkeit“ (+3 / auf 46 Prozent).

Grundsätzlich sind die Kinder auch gern bereit, sich sozial und für die Umwelt zu engagieren. Am größten ist die Einsatzbereitschaft gegenüber Freunden, und auch Tieren wollen Kinder gern helfen. 78 Prozent der Kinder sind generell „gern“ (50 Prozent) oder „sehr gern“ (28 Prozent) bereit, anderen Menschen zu helfen.

Im Vergleich zu den Umfragen von 2006 und 2008 hat die Relevanz von Kinderrechten ebenfalls noch zugenommen - insbesondere in der älteren Gruppe der 11- bis 14-Jährigen. Bemerkenswert ist, dass das Recht, dass „alle Kinder ohne Gewalt aufwachsen dürfen“, als „total wichtig“ bewertet wird (80 Prozent), gefolgt von „spielen dürfen“ (78 Prozent) und „gesund leben“ (75 Prozent).

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