
Lanz möchte lustig sein, wirkt aber nur verkrampft und wird sogar unhöflich, als er kurz vor Schluss einem Pärchen, das Worte mit Ohrenwackeln ins Morsealphabet übersetzt, bescheinigt, ihr Auftritt habe etwas von Loriot. Das mag inhaltlich stimmen, in der Form ist es platt und verrät, dass dem Moderator die Show lange schon entglitten ist.
So bleibt es an Wotan Wilke Möhring hängen, mit einem Werbeausschnitt aus seinem neuen Film für den witzigsten Moment des Abends zu sorgen, und spätestens da wird klar, was dieser Lanz für ein Typ ist. Er ist einer, der auf Partys die Gäste in Bewegung hält, weil er auf alles einquatscht, was länger als eine Minute an einem Ort verweilt. Also sehen immer alle zu, dass sie da sind, wo Lanz nicht ist. Sie haben dabei oft trotzdem Spaß, und wenn man so will, hat Lanz das erst ermöglicht.
Man kann es natürlich auch anders herum sehen, und ein schöner Beleg für die Unerträglichkeit des Herrn Lanz bietet sich, als er versucht, eine Art Interview mit der Sängerin Jennifer Lopez zu führen. Da will er alles wissen über den jungen Tänzer aus ihrer Show, mit dem sie doch bekanntlich etwas Intimes verbindet. Ob sie den bezahlt, fragt er allen Ernstes, schiebt noch ein schleimiges „fürs Tanzen“ nach und profiliert sich damit als hemmungslose Boulevard-Schranze.
Da spielt es schon keine Rolle mehr, dass die Wetten mehrheitlich belanglos sind, dass die Hälfte der Couchbesetzung sonst in Privatsenderdiensten steht, dass bei der Ohrenwacklerwette die berechtigte Sorge keimt, ob nicht jetzt gerade ein paar Zuschauer daheim vor Langeweile sterben. Und dann grölen noch die Toten Hosen ein bisschen herum und zeigen, dass sie kaum noch von Bands wie Pur, Rosenstolz oder Silbermond zu unterscheiden sind. So etwas findet dann Bundeswirtschaftminister Philipp Rösler in der „Bild“ mitreißend. Aha. Sehr aufschlussreich.
Es ist eben kein Zufall, dass ein domestizierter Punk wie Campino brav drei Stunden auf der „Wetten, dass..?-Couch aushält. Ihn verbindet inzwischen viel mehr mit einem wie Lanz als mit jedem Punk. Vor allem vereint die beiden die unausgesprochene Behauptung, sie hätten sich ihren Erfolg redlich verdient. Mit Schlips ist Campino im ZDF angekommen, und er wird gegen Ende der Show seine nicht nur optische Entsprechung in Markus Lanz finden. Als der sein Jackett ablegt, trägt er eine Weste und sieht mit dem weißen Hemd darunter aus wie einer, dem nur noch die Ärmelschoner für die Ausübung seines Auftrags fehlen. Er ist der Buchhalter des Show-Grauens, und das Schlimme ist nicht, dass er es bis in diese „Wetten, dass..?“-Ausgabe geschafft hat. Das Schlimme ist, dass er wiederkommen wird. Über drei Jahre mit jeweils sechs Shows läuft sein Vertrag. Man weiß das nun als sehr beängstigende Drohung zu werten.

diese wetten dass show...entbehrt alles was eine perfekte glitzernde, prickelnde show ausmacht -
...aber vielleicht ist das "einfach" gut so....

So ein Unsinn...und dieser Schreibtischtäter hat tatsächlich Journalismus oder ähnliches in Hinterpfuschendorf studiert!?
Wenn man sich umhört wird klar, dass diese einen Hauch zuu subjektive Meinung absolut nicht der Masse entspricht.
Da muss man objektiv rangehen und sämtliche äußere und innere Umstände berücksichtigen, um eine aussagekräftuge Kritik verfassen zu können. Wäre dies geschehen, und nicht nur aus einer Laune oder grundsätzlicher Verachtung des Moderators heraus, könnte man hier nun einen objektiv richtigen, nachdenkenswerten Artikel lesen, welcher auf keinen Fall zu diesem verachtenden Schluss gekommen wäre.
Meine Fresse...wofür werden solche Texter bezahlt...

Meine volle Zustimmung,mir aus dem Herzen gesprochen!Habe allerdings nur 5 Minuten ausgehalten und dann noch einmal reingezappt -grauenvoll!
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