Wetter behindert Eindämmung
Alaska droht Öl-Katastrophe

Alaska fürchtet eine neue Ölkatastrophe. Bis zum Sonntagmorgen waren etwa ein knappes Drittel der zwei Millionen Liter schweren Öls aus dem havarierten Frachter „Selendang Ayu“ vor der Küste Alaskas ausgelaufen.

HB WASHINGTON/ANCHORAGE. Einem Bericht der „Anchorage Daily News“ zufolge behinderte schweres Wetter die Bemühungen der Mannschaften des Küstenschutzes und der Umweltschutzbehörden, in der unzugänglichen Region der Aleuten-Insel Unalaska den Ölfluss zu stoppen und einzudämmen. Der zähe Ölfilm bedroht den Lebensraum vieler Meeressäuger, Fische und Seevögel.

Der betroffene Küstenabschnitt Alaskas ist nur per Schiff und Hubschrauber zu erreichen. Heftige Winde und stürmische See vereitelten seit Tagen die Bemühungen, die Ausbreitung des Ölteppichs zu verhindern. „Dies ist eine wirklich außergewöhnlich schwierige Operation“, sagte Lynda Giguere von der Alaska-Umweltschutzbehörde laut „Seattle Times“. Auch die Versuche, mit Seebarrieren Buchten zu schützen, in denen Fischzucht betrieben wird, gelangen angesichts des schlechten Wetters und hoher See nur teilweise.

Für die sechs Seefahrer, die am Mittwoch bei einer Rettungsaktion mit einem Hubschrauber in der Bering-See abgestürzt waren, gab es kaum noch Hoffnung auf Rettung. Die Ursache für das Unglück während der Aktion war am Sonntag noch immer nicht bekannt. 20 andere Besatzungsmitglieder des Getreidefrachters waren gerettet und an Land gebracht worden. Der etwa 1 300 Kilometer südwestlich von Anchorage auf Grund gelaufene Frachter war in der Nacht zum Donnerstag in zwei Teile gebrochen. Das unter malaysischer Flagge fahrende Schiff befand sich auf dem Weg von Seattle nach China.

„Dies könnte sich zur größten Öl-Katastrophe seit dem Exxon- Valdez-Unglück entwickeln“, sagte Greg Siekaniec von der Naturschutzbehörde Alaska Maritime Refuge der „Seattle Times“. 1989 war der Tanker „Exxon Valdez“ im Prince-William-Sund auf Grund gelaufen. Rund 40 Millionen Liter Öl verschmutzten damals einen fast 2000 Kilometer langen Küstenabschnitt. Tausende Vögel und Meerestiere starben.

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