Wetter: Das Bibbern geht weiter

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Das Bibbern geht weiter

Die vergangene Nacht war die bisher kälteste des Jahres. Der Frost hält Deutschland noch bis mindestens Ende kommender Woche im Griff, auch wenn es vorübergehend etwas milder wird.

HB FRANKFURT Verspätungen im Bahnverkehr, zugefrorene Wasserleitungen, lahmgelegte Wärmeversorgung: Der Frost mit Tiefstwerten um 30 Grad hält Deutschland noch mindestens bis Ende nächster Woche im Griff; er schwächt sich aber vorübergehend etwas ab. Von Dienstag auf Mittwoch war die bisher kälteste Nacht dieses Winters: Die niedrigste Temperatur wurde nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes im sächsischen Dippoldiswalde-Reinberg gemessen: minus 27,7 Grad. Nach Angaben des Wetterdienstes meteomedia waren es sogar minus 29 Grad am Funtensee oberhalb Berchtesgadens. Diese Gegend hält auch den absoluten Rekord: Am 25. Januar 2000 hatte der Deutsche Wetterdienst dort minus 45,8 Grad gemessen. Die DWD-Messstation Funtensee gehört aber nicht zu dem Messnetz, das der DWD laufend in stündlichen Abständen auswertet. Gemessen wird in zwei Meter Höhe.

Minus 27,5 Grad wurden in der Nacht auf Mittwoch im thüringischen Altenburg erreicht. Am Erdboden war es noch kälter; in fünf Zentimeter Höhe herrschten minus 31 Grad in Sohland/Spree (Sachsen), in Arnsberg-Neheim (Nordrhein-Westfalen), in Holzdorf (Sachsen-Anhalt), Dippoldiswalde-Reinberg (Sachsen) sowie in Gera (Thüringen). Im Norden dagegen gab es frostfreie Orte wie List auf Sylt und Leck.

Der strenge Frost bereitet dem Bahnverkehr zunehmend Probleme: Festgefrorene Weichen und Zugtüren führten in weiten Teilen des Bundesgebiets zu Verspätungen und auch Ausfällen von Zügen im Fern- und Regionalverkehr.Im thüringischen Langewiesen (Ilmkreis) fror eine Gasdruckstation ein, so dass die Wärmeversorgung für rund 1 000 Haushalte ausfiel. Gegen 9 Uhr wurden sie laut Eon Thüringen wieder versorgt.

Ein zweijähriges Kind war im thüringischen Artern barfuß bei etwa zehn Grad Frost auf der Straße unterwegs. Dem Polizeibericht zufolge wurde es von einem elfjährigen Mädchen entdeckt. Die Mutter ließ sich nur widerwillig überzeugen, das Kind ins Krankenhaus bringen zu lassen. Dem Kältetod entging in Rheinland-Pfalz ein schwer verletzter Einbrecher. Der 44-Jährige fiel in der Nacht zu Mittwoch von einer Mauer vor der Burg Landshut, brach sich den Unterschenkel und blieb bei minus 16 Grad bewegungsunfähig liegen. Über Handy rief er seine minderjährige Tochter an, die daraufhin die Polizei verständigte.

In den nächsten Tagen drohen vor allem im Norden glatte Straßen. Dort sorgt ein Tiefdruckgebiet für mildere Temperaturen, Regen und Schnee. Am Donnerstag werden an den Küsten plus zwei Grad erwartet. Im weiten Teilen des Bundesgebiets herrscht Dauerfrost von minus acht bis neun Grad, es bleibt trocken, und zuweilen kommt die Sonne im Nebel oder Hochnebel zum Vorschein.

Für Samstag sind laut DWD in der Mitte und im Westen Deutschlands zwischen minus 7 und null Grad zu erwarten, nach Südosten kann es noch kälter werden. Der Frost wird wieder stärker - für die Nacht zum Sonntag sind verbreitet minus 15 Grad angesagt. Hoch „Angelika“ sorgt auch nächste Woche für strenges Winterwetter. Am Sonntag und Montag scheint außer im Norden und Osten die Sonne. Am den folgenden Tagen kann es nach der Prognose im Westen und Nordwesten etwas regnen oder schneien.

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