Wetter hilft den Feuerwehrleuten
Brände in Kalifornien allmählich eingedämmt

In Kalifornien herrscht nun feucht-kühles Wetter. Das hilft der Feuerwehr beim Kampf gegen die Flammen. Dennoch musste das Skigebiet Big Bear völlig geräumt werden.

HB BERLIN. Im Kampf gegen die verheerenden Brände im Süden Kaliforniens sind die Feuerwehrleute zunehmend erfolgreich, weil sie von einem Wetterumschwung profitieren. Der größte der Brände, rund 40 Kilometer nördlich von San Diego, sei zu zwei Dritteln eingedämmt worden, teilten die Behörden mit. Immer noch sind mehr als 14.500 Feuerwehrleute im Einsatz, um die insgesamt 17 Brandherde unter Kontrolle zu bekommen.

Trotz des nun feucht-kühlen Wetters breitete sich einer der Brände im Osten von Los Angeles weiter aus. Er bedrohte das vornehme Skigebiet Big Bear. Zehntausende Anwohner mussten in der Region ihre Häuser verlassen und sich in Sicherheit bringen. «Es sieht aus wie eine Geisterstadt», sagte Gouverneur Davis, der die Region mit einem Hubschrauber überflog.

«Wir sind vorsichtig optimistisch wegen des Wetterumschwungs», sagte Patti Roberts vom Krisenstab des scheidenden kalifornischen Gouverneurs Gray Davis. Bis alle Brände vollständig unter Kontrolle seien, werde es aber noch drei bis vier Wochen dauern, sagte Feuerwehrsprecher Bob Martinez. Kalte Luft, Regen und in Höhenlagen sogar Schnee verdrängten die heißen Santa-Anna-Winde, die die Brände seit Tagen angefacht hatten. «Es scheint, als hätten wir ein wenig Entlastung bekommen», sagte Roberts.

Gemeinsam weihten Davis und sein designierter Nachfolger Arnold Schwarzenegger am Freitag ein neues Hilfszentrum für die Menschen ein, die ihr Heim in den Flammen verloren. Das Zentrum soll obdachlos gewordenen Familien bei der Suche nach einer neuen Unterkunft helfen und ihnen mit Sofortdarlehen unter die Arme greifen.

Nach «zurückhaltenden» Schätzungen verursachten die wahrscheinlich schwersten Brände in der Geschichte des US-Bundesstaats laut Davis Schäden und Kosten von mehr als zwei Milliarden Dollar. Diese Summe, die sowohl Schäden an Gebäuden und Infrastruktur als auch Kosten für Lösch- und Wiederaufbauarbeiten sowie Versicherungen beinhaltet, dürfte noch steigen.

Den gewaltigen Bränden in Kalifornien und Mexiko waren bis Freitag mindestens 22 Menschen zum Opfer gefallen. Den Behörden zufolge könnten die Ermittler noch mehr Todesopfer finden, wenn sie in die zerstörten Brandgebiete vordringen. Insgesamt wurden bislang rund 300. 000 Hektar Land verwüstet und knapp 3200 Gebäude vernichtet. Mindestens 100.000 Menschen mussten wegen der Brände ihre Häuser verlassen.

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