Wetter
Tropenhitze entlädt sich mit schweren Unwettern

Die schwüle Sommerhitze hat sich am Freitag im Westen und Süden in schweren Unwettern entladen. Mit heftigen Regenfällen zogen Gewitter über Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Bayern. Teilweise fielen mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter. Keller, Unterführungen und Straßen wurden überflutet.

dpa HAMBURG/MÜNCHEN/DÜSSELDORF. In Teilen Nordrhein-Westfalens führten Unwetter am Freitag zu Überflutungen. So musste nach der Überschwemmung mehrerer Tunnel die Autobahn A 44 in Düsseldorf am Freitagabend voll gesperrt werden. Im Bereich der Sperrung lag auch die Abfahrt zum Flughafen Düsseldorf. Betroffen war auch Sundern im Sauerland und Kleve am Niederrhein. Straßen wurden überschwemmt, Keller liefen voll, Bäume stürzten um, Bäche traten über die Ufer. Die Feuerwehr war in den diesen Gebieten pausenlos im Einsatz.

Einige Straßen mussten gesperrt werden, es ereignete sich zahlreiche Unfälle, die meist glimpflich verliefen.

In Bayern brachten die Gewitter von Donnerstagabend bis zum Freitag teils sintflutartige Regenfälle. Blitzeinschläge lösten mehrere Brände aus. Nach Murenabgängen und wegen überfluteter Straßen gab es zudem Verkehrsbehinderungen. Zahlreiche Feuerwehren mussten mit Wasser vollgelaufene Keller und sogar einen Einkaufsmarkt leer pumpen. Es entstand hoher Schaden, verletzt wurde nach einer Übersicht der Polizeidienststellen jedoch niemand.

Im bayerischen Wassertrüdingen schlug der Blitz in einen Stall ein und entfachte ein Feuer. In den Flammen kamen 20 Schweine um. Der Schaden beträgt etwa 300.000 Euro. In Schwanstetten brannte ein Rinderstall nieder. Alle Tiere wurden gerettet. Unwetter behinderten zudem den S-Bahn-Verkehr im Großraum München. Auch die Bahnstrecken München-Garmisch-Partenkirchen und Murnau-Oberammergau waren betroffen.

Am Freitagnachmittag zogen erneut schwere Gewitter durch das südliche Oberbayern. Keller liefen voll Wasser, es stürzten Bäume um, etliche Straßen waren kurzzeitig überflutet, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim berichtete. Auf nassen Straßen ereigneten sich mehrere Unfälle, die aber glimpflich und ohne Verletzte abliefen. Im Stadtgebiet von München musste die Feuerwehr nach Gewittern zu etwa 100 Einsätzen ausrücken.

In Rheinland-Pfalz und im Saarland kam es nach schweren Regenfällen ebenfalls zu Überflutungen. In Koblenz liefen einige Unterführungen und Keller voll, zudem stürzten Bäume auf die Fahrbahn. Die Stadt sei aber noch "einigermaßen glimpflich" davongekommen, teilte die Polizei mit. In der Mainzer Innenstadt goss es wie aus Kübeln, Hagelkörner ließen Rasenflächen fast winterlich erscheinen. Größere Schäden wurden aber in der Landeshauptstadt nicht gemeldet.

Bei einem Blitzeinschlag auf einem Zeltplatz im pfälzischen Hauenstein wurden fünf Menschen verletzt, einer von ihnen schwer. Bei einem Unwetter hatte nach Angaben der Polizei am Mittag ein Blitz auf dem Zeltplatz eingeschlagen.

In Baden-Württemberg wurden durch heftige Gewitter zahlreiche Straßen überflutet. Im ganzen Land mussten Straßen gesperrt werden, teilte das Innenministerium mit. Sie standen unter Wasser oder waren durch Erdrutsche und Matsch blockiert. Feuerwehren waren im Dauereinsatz, um Keller auszupumpen. Über größere Schäden oder Verletzte wurde zunächst nichts bekannt.

Produktionsstopp bei Porsche in Stuttgart

Die heftigen Unwetter führten auch zu einem Produktionsstopp im Porsche-Werk in Stuttgart- Zuffenhausen. In dem Werk kam es zu Überflutungen und einem Stromausfall. Dadurch wurde die Produktion lahmgelegt. Sie konnte am Freitag nicht fortgeführt werden. Am Wochenende werde daran gearbeitet, dass die Produktion am Montag wieder starten könne, sagte ein Unternehmenssprecher.

Im Saarland hatte die Polizei wegen eines Gewitters mit starkem Regen alle Hände voll zu tun. Die häufigsten Einsätze gab es wegen vollgelaufener Keller und überfluteter Straßen in etlichen Orten des Regionalverbands und im benachbarten Saar-Pfalz-Kreis.

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