Whistleblower im Vatikan
Spekulationen um Hintermänner von „Vatileaks“

Geheime Dokumente, ein Butler und der Papst - der Skandal „Vatileaks“ enthält alles, was ein richtiger Krimi braucht. Die Enthüllungsaffäre setzt dem Vatikan zu und die Gerüchteküche brodelt
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Rom/MünchenDer Kammerdiener des Papstes, als mutmaßlicher Verräter in Arrest hinter den dicken Mauern des Vatikans: Es geht um geheime und brisante Dokumente, die Paolo Gabriele weitergegeben haben soll, um Korruption, Verschwendung und Machtmissbrauch. Dass der Familienvater alleiniger Täter ist, glaubt kaum noch jemand. Der Vatikan schweigt zu den Ermittlungen, dementiert Zusammenhänge - das schafft Raum für noch mehr Spekulationen.

Von einer Palast-Intrige ist in den Zeitungen die Rede, von einem Machtkampf im Vatikan, von angeblich 20 Hintermännern - und von dem Kammerdiener als Bauernopfer. Als einfacher, gläubiger Mann wird der 46-Jährige beschreiben. Sein Motiv bleibt unklar.

„Ich vermute, dass er von Leuten auswärts des Vatikans beauftragt, unter Druck gesetzt oder erpresst worden ist“, sagte Pater Eberhard von Gemmingen der dpa. Der Jesuit leitete bis 2009 die deutschsprachige Redaktion von Radio Vatikan und lebt nun in München. „Ich kann mir kaum vorstellen, dass er das aus eigener Initiative gemacht hat.“ Zur Frage nach den möglichen Auftraggebern sagt Gemmingen nur: „Keine Ahnung. Rom hat drei Millionen Einwohner.“

Der Zwergstaat Vatikan hat kaum einmal 1000 Einwohner, da kennt fast jeder jeden, doch die Mauern lassen wenig durch. Ende dieser oder Anfang nächster Woche will Untersuchungsrichter Piero Antonio Bonnet mit den Vernehmungen beginnen, und Gabriele ist nach Angaben seiner Anwälte Carlo Fusco und Cristiana Arru' zur Aussage bereit.

Doch was immer er sagt - sollten wirklich hohe Würdenträger im Vatikan involviert sein, so dürfte das kaum je nach außen dringen. Eher schon dürfte die Öffentlichkeit etwas erfahren, wenn die - vermuteten - Auftraggeber außerhalb sitzen. Dann wäre für die strafrechtliche Verfolgung die italienische Justiz zuständig.

Bisher ist aber nichts über Ermittlungen außerhalb des Vatikans bekannt.

Spekuliert wird, dass es bei der Affäre um den Staatssekretär des Kirchenstaates, Tarcisio Bertone, und seine Widersacher geht, die seine Ablösung wollen. Unter den Dokumenten sollen einige sein, die kein gutes Licht ihn werfen. Der Papst hatte das Gesuch des 77-Jährigen auf Ruhestand vor zwei Jahren abgelehnt und sich so hinter ihn gestellt. Bertone steht im Vatikan schon länger in der Kritik, etwa im Zusammenhang mit dem Missbrauchskandal und dem für die Kirche desaströsen Umgang mit der erzkonservativen Piusbruderschaft.

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Der Papst sorgt nicht für Transparenz

Kommentare zu " Whistleblower im Vatikan: Spekulationen um Hintermänner von „Vatileaks“"

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  • Wenn hier schon von Geldwäsche die Rede ist, frage ich mich natürlich gleich zweimal, was wohl mit all den Kirchensteuermillionen veranstaltet wird... Und sowas soll Vorbild für die Welt sein? Ich sehe in Gesichter, die denen von unseren Europolitikern in nichts nachstehen... Alles nur show, es geht um Geld und Macht. Folge dem Geld und Du findest die, die alles bewegen.

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