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WHO alarmiert: Schweinegrippe-Virus erobert Nordhalbkugel

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einer „beträchtlichen Ausbreitung“ der Schweinegrippe und der normalen saisonalen Grippe auf der nördlichen Halbkugel der Erde gewarnt. Die Slowakei veranlasste drastische Maßnahmen und schloss als erstes EU-Land zwei Grenzübergänge zur Ukraine wegen der dort grassierenden Schweinegrippe.

Immer noch ein gängiges Schutzmittel gegen Scheinegrippe: der Mundschutz. Quelle: ap
Immer noch ein gängiges Schutzmittel gegen Scheinegrippe: der Mundschutz. Quelle: ap

BERLIN/GENF. Weltweit sind an der Schweinegrippe - offiziell "neue Grippe" genannt - nach jüngsten Daten bereits mindestens 5.700 Menschen gestorben, mehr als 440 000 Infizierte wurden registriert. Diese Zahlen enthalten noch nicht die jüngste massive Ausbreitung in der Ukraine.

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"Wie wir seit Wochen sagen, müssen die Mitgliedsländer darauf vorbereitet sein", mahnte WHO-Sprecher Gregory Hartl von den 193 WHO-Staaten am Dienstag in Genf. Doch die Mehrzahl der WHO-Staaten sind Entwicklungsländer - sie haben keine ausreichenden Mittel, um sich auf einen massiven Ausbruch der neuen Grippe vorzubereiten. Das weiß auch die WHO.

Immerhin verfügen inzwischen fast alle WHO-Staaten über einen "Vorbereitungsplan". Kernelement sind die Impfungen, "das beste Werkzeug das wir im Kampf gegen die Pandemie haben", so der WHO-Sprecher. Marie-Paule Kieny, WHO-Direktorin für Impfstoff-Forschung, beklagte zahlreiche "Fehlinformationen" und Gerüchte, die über die Impfstoffe im Umlauf sind. Auch in Deutschland war heftig über die Unterschiede gestritten worden - vor allem nachdem bekannt wurde, dass für die Bundeswehr ein anderer Impfstoff verwendet wird als für die sonstige Bevölkerung.

Kieny versicherte, dass alle zugelassenen Mittel gegen das H1N1-Virus, wie etwa die von Glaxo Smith Kline oder Sanofi, für ihre Sicherheit das Prädikat "gut" verdienten. Zu diesem Urteil sei eine unabhängige Expertengruppe (SAGE) gekommen, die die WHO berät. "Bezüglich Nebeneffekte ist nichts besonderes bemerkt worden", sagte Kieny. Auch schwangere Frauen könnten sich unbesorgt mit den zugelassenen Stoffen impfen lassen. Werdende Mütter gelten als Risikogruppe - die Wahrscheinlichkeit, dass bei ihnen eine Infektion mit dem H1N1-Virus tödlich endet ist höher als bei nichtschwangeren Frauen und als bei Männern. Die SAGE-Experten hatten klinische Tests ausgewertet, bei denen die Wirksamkeit und die Verträglichkeit der H1N1-Impfstoffe wurden an mehreren Tausend Personen geprüft wurden.

In Deutschland gibt es erste Anzeichen, dass die jüngste Warnung vor einer neuen Schweinegrippe-Welle und die zahlreichen Impf-Appelle langsam Wirkung zeigen. So erlebt etwa das Düsseldorfer Impfzentrum einen Ansturm: Allein am Montag hatten sich dort fast 1.000 Menschen impfen lassen, am Dienstag noch mehr. In der gesamten Vorwoche waren es nur 2.000 gewesen.

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