WHO besorgt
Häufung von tödlichen Vogelgrippefällen in Indonesien

Nach der Häufung von tödlichen Vogelgrippefällen in Indonesien schließt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Übertragung von Mensch zu Mensch nicht mehr aus.

HB JAKARTA. Der WHO-Sprecher für die Pazifik-Region, Peter Cordingley, äußerte sich am Mittwoch sehr besorgt über die Entwicklung. Zum ersten Mal biete sich keine andere Erklärung für die Infektionsquelle an, und noch nie zuvor hätten sich auf so kleinem Raum so viele Menschen auf einmal angesteckt.

WHO-Experten betonten allerdings, dass es keinen Beleg für eine Mutation des Erregers gebe, die eine Übertragung von Mensch zu Mensch leichter machen würde. Auch sei keine Ansteckung über den engen Familienkreis hinaus erfolgt, so dass keinen Pandemie zu befürchten sei. Sollten sich allerdings auch Nachbarn mit dem Vogelgrippe-Virus infizieren, wäre dies in der Tat eine sehr Besorgnis erregende Entwicklung, räumte Cordingley ein.

Sechs von sieben infizierten Mitgliedern einer Familie aus Kubu Sembelang im Norden der Insel Sumatra sind bereits an der Vogelgrippe gestorben, das letzte Opfer am vergangenen Montag. Alle Betroffenen hatten über längere Zeit Kontakt zu einer anderen schwer erkrankten Person. Eine direkte Übertragung könne deshalb nicht ausgeschlossen werden, andere Möglichkeiten der Ansteckung würden aber weiter geprüft, erklärte der WHO-Seuchenexperte Steven Bjorge in Jakarta.

Bezeichnend ist nach seinen Angaben, dass sich in dem Dorf Kubu Sembelang kein Geflügel mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 infiziert habe. Zudem sei der bei der Familie registrierte Erregertyp genetisch identisch mit einer Variante, die in der Region schon früher bei Menschen aufgetreten sei. Auch dies lasse eine Ansteckung von Mensch zu Mensch vermuten.

Weltweit sind bislang 124 Menschen an der Vogelgrippe gestorben. In den meisten Fällen konnte eindeutig nachgewiesen werden, dass sie sich bei erkranktem Geflügel angesteckt hatten. Laut Bjorge schient dies auch auf das erste infizierte Mitglied der Familie aus Kubu Sembelang zuzutreffen. Die Frau, die am 4. Mai verstarb, arbeitete auf einem Markt, wo auch Geflügel verkauft wurde. Bei ihr wurde der H5N1-Erreger nie nachgewiesen, dennoch halten die Mediziner sie für ein Vogelgrippe-Opfer.

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