Widerstand von Umweltschützern
Keine Abschlussfeier für den Papst in Hangelar zum Weltjugendtag

Auf dem Flughafengelände in Hangelar bei Bonn darf wegen des Widerstands von Umweltschützern der Papst zum katholischen Weltjugendtag im August 2005 keine Abschlussfeier geben. Damit muss ein neuer Ort für die gigantische Papst-Messe mit knapp einer Million Jugendlichen gefunden werden.

HB BONN/KÖLN. Diese Entscheidung gaben die Gesellschafter des Weltjugendtags (der Verband der Diözesen Deutschlands und das Erzbistum Köln) nach langem Tauziehen am Donnerstag in Köln „mit größtem Bedauern“ bekannt.

Vertreter des Vatikans hatten das Gelände für eine der größten Massenveranstaltungen, die Deutschland je erlebt hat, bereits inspiziert und für geeignet befunden. Doch drohende juristische Auseinandersetzungen mit Umweltschützern, die sich um Fauna und Flora sorgen, haben nun alles über den Haufen geworfen. Möglicherweise lagern auf dem Gelände auch Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Sondierung und Räumung hätte auch noch gerichtlich geklärt werden müssen. Ein neuer Ort für die Veranstaltung mit Johannes Paul II. und rund 600 Kardinälen und Bischöfen werde erst im September feststehen. Auch der Vatikan müsse einem neuen Areal zustimmen.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte von Anfang an aus ökologischen Gründen gegen den Standort gekämpft. In dem Gebiet gilt Landschaftsschutz. Die Veranstaltung schade dem sensiblen Heideboden und den Kreuzkröten und Kiebitzen, Fledermäusen und Krickenten, Nachtigallen und Turmfalken sowie Heidenelken und dem seltenen Halbtrockenrasen. Der Papst sollte die Messe auf einem zwölf Meter hohen künstlich aufgeschütteten „Papsthügel“ zelebrieren. Rebhühnern und Hasen werde dadurch der Weg zum Rückzug versperrt, hieß es dazu vom BUND.

Die einseitige Position des BUND habe es „unmöglich gemacht, diese für viele Jahre bedeutendste Veranstaltung der katholischen Kirche in Deutschland in Sankt Augustin-Hangelar auszurichten“, kritisierte die Weltjugendtag-Geschäftsführung. Sie warf dem BUND vor, er taktiere mit der Weltveranstaltung, „um lokale Naturschutzziele zu realisieren“.

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