Wiederaufbau fast vollendet
Dresden feiert „Krönung“ der Frauenkirche

Mehrere zehntausend Gäste aus dem In- und Ausland feierten in Dresden mit einem Gottesdienst die "Krönung" der Frauenkirche. Zehn Jahre nach Beginn des Wiederaufbaus wurde am späten Dienstagnachmittag mit Hilfe eines Krans die Turmhaube mit dem Kuppelkreuz auf den Sandsteinbau aufgesetzt, im Oktober 2005 sollen die Restaurierungsarbeiten endgültig abgeschlossen sein.

HB DRESDEN. Knapp sechs Jahrzehnte nach ihrer Zerstörung ist die Dresdner Frauenkirche in ihrer äußeren Gestalt wieder aufgebaut. Am späten Dienstagnachmittag setzten Bauleute mit Hilfe eines Krans die tonnenschwere Turmhaube mit dem sieben Meter hohen Kuppelkreuz auf den Sandsteinbau, der damit wieder seine alte Höhe von 91,23 Meter erreicht hat. Mehrere zehntausend Menschen feierten die „Krönung“ der Kirche mit einem Gottesdienst im Freien. An der Zeremonie nahmen auch zahlreiche Ehrengäste aus den USA und Großbritannien teil. Der evangelische Landesbischof Volker Kreß sagte, mit dem Aufsetzen des Kreuzes komme der äußere Wiederaufbau der Kirche zu seinem feierlichen Abschluss. Ausdrücklich dankte er auch dem britischen Volk, das mit Spenden für das Turmkreuz ein Zeichen für Frieden und Versöhnung gesetzt habe. Der aus Coventry stammende Pfarrer Paul Oestreicher sagte, die Kirche sei zum sichtbaren Zeichen der Versöhnung geworden. Sie möge ein Ort sein, an dem der Frieden in die Welt ausstrahle. Der Herzog von Kent erklärte, der Wiederaufbau sei „ein wunderbares Projekt, das Menschen, die einst Feinde waren, zu einer starken und dauerhaften Freunschaft zusammen schließt“.

Nach dem Aufsetzen des Kreuzes läuteten in Dresden die Kirchenglocken. Der Wiederaufbau gilt weltweit als Symbol gegen Krieg und für Völkerverständigung. Das vergoldete Turmkreuz wurde von einem Londoner Silberschmied gefertigt, dessen Vater im Februar 1945 einer der Bomberpiloten war, die Dresden in Schutt und Asche gelegt hatten. Vor vier Jahren übergab der Herzog von Kent als Vertreter des britischen Königshauses das Kreuz in Dresden als Zeichen der deutsch-britischen Versöhnung. Für das rund eine halbe Million Euro teure Kreuz hat die britische Initiative „Dresden Trust“ in ihrer Heimat Geld gesammelt.

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