Wiederaufbau von Cancun: „Der Hurrikan hat unsere Stadt durchgefegt und gereinigt“

Wiederaufbau von Cancun
„Der Hurrikan hat unsere Stadt durchgefegt und gereinigt“

Vor drei Monaten verwüstete der Hurrikan „Wilma“ die mexikanische Touristenhochburg Cancun, das „Mallorca“ der US-Amerikaner. Doch von Resignation keine Spur. Im Gegenteil: Es herrscht Aufbruchstimmung.

HB CANCUN. In einer Discothek, in ein paar Restaurants und an den Strandbars der wenigen Hotels, die der verheerende Wirbelsturm im Oktober nicht so stark beschädigt hatte, werden schon wieder Feste gefeiert. Für die Cancuner steht fest: Die 30 Jahre alte Stadt mit über 120 Hotels hat den wohl stärksten Hurrikan ihrer Geschichte gut überstanden.

Und die Zukunft sieht rosig aus. Denn jetzt fließen große Investitionen an die mexikanische Karibikküste auf der Halbinsel Yucatan. Dem großen Unglück folgt ein neuer Boom. Schon jetzt ist erkennbar, dass auf der 23 Kilometer langen Cancuner Düne zwischen Meer, Lagune und Mangroven eine moderne Hotelzone wiederersteht – schöner und prachtvoller als zuvor.

„Wir haben jetzt riesige Chancen“, schwärmt Ana Mari Irabien von der Cancuner Stadtregierung. „Der Hurrikan hat unsere Stadt durchgefegt und gereinigt.“ Vieles werde jetzt mit mehr Standfestigkeit gegen Wirbelstürme aufgebaut. Neue Ampelanlagen zum Beispiel sollten auch Windgeschwindigkeiten von 350 Kilometers pro Stunde aushalten. Der Flughafen wird im großen Stil erweitert – in der Erwartung, immer mehr Gäste zu empfangen.

„Es ist fantastisch, wie schnell alles hier wieder in Schuss kam“, schwärmt auch der Honorarkonsul Schwedens, Peter Leder. „In vier Monaten werden wir ein völlig neues Cancun haben“, meint Leder, der vor über 20 Jahren als einer der ersten Hoteldirektoren nach Cancun kam. Die gesamte Küste – auch die so genannte Rivera Maya weiter südlich – sei eine Boomregion, trotz der Gefahren durch Hurrikans. Die mexikanische Tourismusindustrie plane, die Übernachtungskapazität von derzeit 52 000 auf rund 100 000 Zimmer auszubauen.

Vor zweieinhalb Monaten war die Stimmung anders. Der Hurrikan „Wilma“ wütete rund 60 Stunden mit Sturmgeschwindigkeiten von etwa 200 Stundenkilometern über Cancun. Er zerstörte die gesamte Infrastruktur an der Küste. Die an sich stabil und pyramidenförmig gebauten Hotelanlagen wurden mit wenigen Ausnahmen schwer beschädigt. Die meisten müssen von Grund auf erneuert werden. Nur ein Drittel der rund 27 000 Zimmer in den Anlagen kann derzeit genutzt werden. Viele Hotels geben an, sie wollten erst im Laufe des kommenden Jahres wieder öffnen. Dann wird eine ganze Saison verloren sein für die Stadt – aber nicht für die Hotels, die meist zu spanischen Hotelketten gehörden. Denn sie sind gegen die Ausfälle versichert.

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