Wikileaks im Comic
Neuer „Asterix“ macht Assange unsterblich

Der neue „Asterix“-Band „Der Papyrus des Cäsar“ begeistert Comic-Fans. Gut gezeichnet und saukomisch kommt er daher – und politisch. Vorbild für den Enthüller Polemix war ausgerechnet Wikileaks-Gründer Julian Assange.

BerlinFür alle Fans die wichtigste Nachricht zuerst: Die Comicserie „Asterix“ wird immer besser. Der neue Band, der an diesem Donnerstag erscheint, kommt schon recht nahe an die Geniestreiche heran, die die Reihe zu ihren besten Zeiten vor dem Tod von Texter René Goscinny im Jahr 1977 erreichte. „Der Papyrus des Cäsar“ ist gut gezeichnet, saukomisch und aus einem Guss. Aktuell, aber zeitlos.

Gaststar als Alter Ego ist Julian Assange als hellblonder Enthüller Polemix. Der Comic hat sich in einer großen Metapher das Internet vorgeknöpft und geht so weit, dass klatschende Geräusche nicht nur „Paff“ und „Piff“ und „Pock“ heißen, sondern auch „Wlan“.

Drahtlose Netzwerke sind es dann auch, die in diesem 36. Abenteuer des tapferen Galliers immer wieder die Handlung vorantreiben: Die Römer haben im Jahr 50 vor Christi die Brieftaube als Kommunikationsmittel entdeckt.

Mit den Botschaften an den Beinen der flinken Vögel geschieht freilich dasselbe, was mit E-Mails in heutigen Zeiten auch passiert: Sie werden kopiert, entschlüsselt, manipuliert, zurückverfolgt, teilweise abgefangen. Dreh und Angelpunkt des Nachrichtenverkehrs ist Polemix.

Der Enthüller – sein antiker Beruf heißt Kolporteur – ist in Rom auf eine brisante Story gestoßen: „Wenn das bekannt wird, verursacht das einen Skandal, der das gesamte Reich erschüttert.“

Was ist passiert? Cäsar hat auf den Rat seines Spindoktors und Verlegers Rufus Syndicus seine Memoiren „Vom Gallischen Krieg“ zensieren lassen. Alle unangenehmen Schilderungen der Begegnungen mit Asterix und Obelix sollen verschwinden.

„So glaubt der Senat, dass Du ganz Gallien erobert hast und bewilligt Dir gerne Geld für weitere Feldzüge“, drängt der Berater den Imperator. Cäsar willigt ein und lässt das Werk beschönigen. Doch der Numide Bigdatha, ein tapferer Mann aus der Schreibwerkstatt, schmuggelt die Cäsar-Leaks heraus.

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Ein neues Gespann ist erfolgreich

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