Wikinger
Siedeln, fischen, kämpfen

Neuland zu entdecken und besiedeln ist eine mühsame Angelegenheit. Es mangelt an Nahrung, Werkstoffen, die Verteidigung ist unterentwickelt und am Ende drohen auch noch Angriffe feindlicher Mächte. Aufgaben, die es in dem neuen Gesellschaftsspiel "Wikinger" zu lösen gilt.

DÜSSELDORF. Als Team haben die Autoren Wolfgang Kramer und Michael Kiesling mit Spielen wie Tikal, Java und Mexika gleich mehrere Top-Spiele auf den Markt gebracht. Während Kramer seit langem zu den besten Spieleautoren Deutschlands zählt, hatte Kiesling vor der Zusammenarbeit mit Kramer zwar originelle aber wenig erfolgreiche Spiele wie das Weltraumspiel „Zündstoff“ veröffentlicht. Jetzt aber emanzipiert sich der Bremer und zeigt mit „Wikinger“, dass er durchaus auch alleine fähig ist, ein Hochklassespiel zu entwerfen.

Wikinger versetzt uns in die Rolle von Stammesführern, die ihr eigenes Volk wirtschaftlich entwickeln und gleichzeitig gegen die Bedrohung gegnerischer Stämme schützen müssen. Im Laufe des Spiels erschließen wir mehrere Inseln vor dem Festland und postieren dort jeweils Kämpfer, Goldschmiede, Späher, Adlige und Fischer. Figuren und Inselteile kaufen wir jeweils kombiniert aus einer Auslage.

Diese Auslage, ein bewegliches Rad, bildet das strategische Element des Spiels. Denn im Laufe des Spiels sinken die Preise für Figuren und Landschaften. Weil wir in jeder Runde nur genau eine Kombination kaufen dürfen – und müssen – ist hier strategisches Geschick gefragt. Für den Ausbau unserer Landschaft ist es jeweils nötig, immer die passenden Inselteile, aber auch die richtigen Charaktere zu kaufen. Manchmal ist die beste Wahl auch eine teure Wahl – und Gold ist knapp.

Doch nicht nur Inselteile gibt es in der Auswahl, auch Wikingerschiffe liegen dort aus. Und weil wir eben in jeder Runde etwas kaufen müssen, bleibt uns am Ende nichts übrig, als ein oder sogar mehrere gegnerische Wikingerschiffe vor unserer Insel zu postieren. Da ist zu hoffen, dass wir wertvolle Figuren wie den Goldschmied bereits gut durch Kämpfer geschützt haben. Sonst bringen sie in der Schlusswertung keine Punkte.

Trotz der recht eingängigen Geschichte lässt es sich nicht verhehlen, dass „Wikinger“ ein recht komplexes Optimierungsspiel ist. Zwar ist auch etwas Glück dabei, doch am Ende gilt es, seine Landschaft sehr strategisch aufzubauen. Für Gelegenheitsspieler und Familien ist Wikinger deshalb nur bedingt geeignet.

Kiesling und Kramer haben es eher auf besessene Spieler abgesehen. Für die allerdings ist das Spiel ein absoluter Volltreffer. Die Mechanismen sind großartig aufeinander abgestimmt und greifen perfekt ineinander. Zwar gibt es abgesehen von der Drehscheibe relativ wenig Interaktion untereinander – und deshalb auch nicht so viel Störpotenzial – doch der Ärger mit den eigenen Figuren reicht für ein großartiges Spiel auch schon aus.

Wikinger
Hans im Glück
2 - 4 Spieler ab 10 Jahren
ca. 60 Min
ca. 30 Euro

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